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Unsere Schule in der Zeitung
 



Thüringer Allgemeine, 4. Juni 2011 (Zum Lesen bitte anklicken, PDF)



Für das Leben gelernt

Im Heinrich-Mann-Gymnasium "Zur Himmelspforte" trafen sich einstige Abiturienten zum Goldenen Abitur. Rückblick auf die Schulezeit und Dank an einstige Lehrer. Weiteste Anreise aus Kapstadt

Von Birgit Kummer

Erfurt. Die Mauer war noch nicht gebaut, als sie im Frühsommer 1961 ihr Abiturzeugnis überreicht bekamen. Als sich am Wochenende 50 ehemalige Schüler der Himmelspforte in der Gustav-Freytag-Straße zum Goldenen Abitur trafen, da rollten die Jahre zurück und die Erinnerungen traten hervor: An eine bunte Truppe junger Leute, die gute Noten hatten und aus ihrem Leben etwas machen wollten. An Lehrer, die ihre Schüler umfassend bilden wollten. An eine Zeit, in der die FDJ-Mitgliedschaft freiwillig war. An Ausflüge nach Westberlin, die verboten waren und trotzdem stattfanden. An Klassenfahrten, Feiern, Szenen im Unterricht. "Mögen wir uns nochmal so jung fühlen wie wir damals waren." Der Wunsch von Peter Abicht ging in Erfüllung. Die Vertreter der drei Klassen, die damals sprach- bzw. naturwissenschaftlich besonders qualifiziert wurden, erinnerten in der Aula an die Schulzeit an Lehrer wie Herrn Friebe, Frau Erdmann, Herrn Gutsche. Sie dankten Herrn Göbel, Frau Frischmuth oder Herrn Baier von Herzen. Ihr Fazit: "Die meisten hatten ihre Eigenheiten, waren aber gute Pädagogen. Keine Kumpel, aber oft Freunde auf eine stille Art. Unsere Dummheiten ihnen gegenüber waren oft recht albern, aber nie bösartig. Wir haben sie geärgert und gemocht."
"Wie wichtig Lehrerpersönlichkeiten für den Lebensweg von Schülern sind, zeigt sich auch an mir", so Bernd Peter, der wie sein von ihm verehrter Lehrer Hellmuth Zenker Englisch-Lehrer wurde und später eine Schule leitete. Roswitha Ferge, heute Müller, war schon immer mit der Natur verbunden, sie gründete das Erfurter Schüler-Öko-Zentrum.
Renate Lichnok machte die Kunst zum Beruf. Viele, die in der "Himmelspforte" die Schulbank drückten, wurden bekannte Ärzte: Prof. Ruthild Linse, damals Pohl, die Doktoren Jäger und Grüner oder Dr. Anke Lapp, früher Siebenmark. Den weitesten Weg zum Treffen hatte Dr. Brigitte Niedner, sie reiste aus Kapstadt/Südafrika an. Stefan Liebe, Professor in Rostock, sagte lächelnd: "An dieser Schule hatte ich eine wunderbare Zeit." Dass so wenige nach dem Mauerbau "nach drüben" gegangen seien, habe vielleicht mit der besonderen Identifikation mit dem Landstrich und der Stadt zu tun, mutmaßt er. "Und damit, dass viele schon die Zusage für einen Studienplatz hatten", ergänzt Dr. Dieter Kolipp. Er weigerte sich damals, nach der Schule zur Armee zu gehen und absolvierte stattdessen ein praktisches Jahr. Trotzdem durfte er studieren. "Sie hätten mir auch übel mitspielen können", sagt er. Und dass es nicht vordergründig um Indoktrination gegangen sei, sondern um die Vorbereitung auf das Leben.Für Robert und Ingrid Treppschuh hatte dieser Satz wie für mehrere andere Liebespaare der "Himmelspforte" besonderes Gewicht. Sie heirateten wenige Jahre nach Schulabschluss und begehen bald Goldene Hochzeit. Robert Treppschuh organisierte gemeinsam mit Walter Brückner das Treffen, zu dem auch ein Ausflug ins Augustinerkloster und eine Fahrt im Cabrio-Bus gehörten. Die beiden ernteten großes Lob.
Bei Kaffee und Kuchen im "Hopfenberg" machten viele Geschichten die Runde. Über das knappe Begrüßungsnicken von Schülern und Lehrern, die auf dem Kudamm aneinander vorbeischlenderten. Über den 12. April 1961, als der damalige Direktor Ludwig den Namen des ersten russischen Sputniks begeistert mit "Rostock" übersetzte und ihn Russischlehrerin Olga Bröse mit Verweis auf das Kyrillische leise korrigierte: Wostok, Kollege Direktor. Über das Mathe-Abitur, dessen Ergebnisse wegen falsch verteilter Aufgabenbögen nicht in die Wertung einflossen. Trotzdem brachte der Jahrgang viele gute Ingenieure hervor. Nach dem Abi gingen die Klassen noch einmal auf Tour. "Am 12. August waren wir in Westberlin im Zoopalast und sahen Denn sie wissen nicht, was sie tun mit James Dean", erinnert sich Manfred Höner, später Sportredakteur der TA. "Auf der Rückfahrt wurden wir drei Mal aus der S-Bahn geholt." Wie schnell 50 Jahre vergingen, können die meisten kaum glauben. "Aus uns ist was geworden", resümierten sie und meinten nicht die Doktortitel, sondern die Lebenswege.


Die goldenen Abiturienten wurden von der heutigen Schulleiterin Christiana Berke (unten rechts) begrüßt. Foto: Birgit Kummer

Thüringer Allgemeine, 31. Mai 2011


Thüringer Allgemeine vom 17. Februar 2011


Thüringische Landeszeitung vom 15. Februar 2011


Thüringer Allgemeine vom 12.Februar 2011



Thüringer Allgemeine, 15. Januar 2010




Thüringer Allgemeine, 8. Oktober 2010 (Zum Lesen anklicken!)
 




Thüringer Allgemeine, 5. Oktober 2010 (Zum Lesen anklicken!)
 




Thüringer Allgemeine, 3. August 2010 (Zum Lesen anklicken!) (Teil 2)
 


Thüringische Landeszeitung, 23. Juni 2010 (Zum Lesen anklicken!)
 



Thüringer Allgemeine, 24. Juni 2010 (Zum Lesen anklicken!)
 



Buchprojekt vereint Texte von Schülern und älteren Autoren
Für ein ungewöhnliches Buchprojekt gab es gestern im Rathausfestsaal 26 Preise. Sie gingen an Schüler der elften Klassen aus ganz Thüringen. Aus Erfurt war Helena Peitsch vom Heinrich-Mann-Gymnasium dabei.

Von Angelika Haubner


Helena Peitsch vom Heinrich-Mann-Gymnasium nahm an dem Projekt teil. Foto: Jens König

ERFURT.
Das Foto zeigt vier fröhliche Menschen. Die Frau ist weiß, der Mann schwarz. Auch die beiden Mädchen sind dunkelhäutig. Alle halten Teilnehmerkarten und Prospektmaterialien in die Kamera. Das Bild ist eine von zwölf Fotografien, die zu der Anthologie "Einblicke und Ansichten" des Friedrich-Bödecker-Kreises Thüringen anregten. Die Alltagssituationen hielt der Fotograf Burkhard Fritz fest. Der Kreis zur Förderung der Leselust bat zwölf Thüringer Autoren der älteren Generation, Texte zu den Bildern zu schreiben. Parallel dazu ging ein Schreibauftrag an Schüler der elften Klassen. Gymnasiasten aus Bad Lobenstein, Hermsdorf, Suhl, Sömmerda und Erfurt folgten dem Aufruf. Die Deutschlehrerin Monika Eger, zugleich Vorsitzende des Friedrich-Bödecker-Kreises für Thüringen, gewann ihre Kollegin Angelika Bliedung für das Buchvorhaben. Sie setzen es im Deutschkurs am Heinrich-Mann-Gymnasium um.
"Das war eine schöne Sache", schwärmte Helena Peitsch. Dabei war der Anfang gar nicht so einfach. Die zwölf Fotos wurden an die Tafel geheftet und die Schüler sollten sich ihr Lieblingsbild aussuchen. Alle strömten nach vorn. Bis sich Helena zwischen ihren beiden Lieblingsmotiven entscheiden konnte, waren die beiden Bilder vergeben. Nur noch zwei Fotos waren übrig geblieben. Helenas Favoriten waren nicht darunter. Statt dessen hing das Bild mit den vier lachenden Menschen unterschiedlicher Hautfarbe an der Tafel. "Auf einmal fand ich es total schön", schilderte die Schülerin.
Für ihre Geschichte hatte sie nur drei Tage Zeit. Zunächst fehlte ihr die richtige Idee. Sie unterhielt sich mit Freunden, ihrer Familie und sammelte Anregungen. "Am Abend hatte ich mich aufs Bett gehockt und lange das Foto angesehen und dann ging es auf einmal ganz schnell. Ich drei Stunden habe ich den Text geschrieben. Am nächsten Tag brauchte ich ihn nur noch sauber abschreiben."
Helenas Text erzählt von Tayo. Sie kommt aus Nigeria und studiert in Deutschland Medizin. Tayo hat viele Freunde, schwarze und weiße. Sie wurde überall freundlich aufgenommen. Doch manchmal hat die junge Frau Angst. Sie kennt diese Blicke, diese rassistischen Äußerungen. "Heimatlos?" nannte Helena Peitsch ihren berührenden Text. Für die Autorin ist Tayo in Deutschland zu Hause.
Bei der Buchpräsentation im Rathaus stellten die jungen Autoren und die erfahrenen Schriftsteller ihre Texte vor. Als Anerkennung gab es für jeden gedruckte Exemplare.

Thüringer Allgemeine, 12. Mai 2010

Der Text von Helena Peitsch ist hier zu finden.
 

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