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Unsere Schule in der Zeitung
 

Buchprojekt vereint Texte von Schülern und älteren Autoren
Für ein ungewöhnliches Buchprojekt gab es gestern im Rathausfestsaal 26 Preise. Sie gingen an Schüler der elften Klassen aus ganz Thüringen. Aus Erfurt war Helena Peitsch vom Heinrich-Mann-Gymnasium dabei.

Von Angelika Haubner


Helena Peitsch vom Heinrich-Mann-Gymnasium nahm an dem Projekt teil. Foto: Jens König

ERFURT.
Das Foto zeigt vier fröhliche Menschen. Die Frau ist weiß, der Mann schwarz. Auch die beiden Mädchen sind dunkelhäutig. Alle halten Teilnehmerkarten und Prospektmaterialien in die Kamera. Das Bild ist eine von zwölf Fotografien, die zu der Anthologie "Einblicke und Ansichten" des Friedrich-Bödecker-Kreises Thüringen anregten. Die Alltagssituationen hielt der Fotograf Burkhard Fritz fest. Der Kreis zur Förderung der Leselust bat zwölf Thüringer Autoren der älteren Generation, Texte zu den Bildern zu schreiben. Parallel dazu ging ein Schreibauftrag an Schüler der elften Klassen. Gymnasiasten aus Bad Lobenstein, Hermsdorf, Suhl, Sömmerda und Erfurt folgten dem Aufruf. Die Deutschlehrerin Monika Eger, zugleich Vorsitzende des Friedrich-Bödecker-Kreises für Thüringen, gewann ihre Kollegin Angelika Bliedung für das Buchvorhaben. Sie setzen es im Deutschkurs am Heinrich-Mann-Gymnasium um.
"Das war eine schöne Sache", schwärmte Helena Peitsch. Dabei war der Anfang gar nicht so einfach. Die zwölf Fotos wurden an die Tafel geheftet und die Schüler sollten sich ihr Lieblingsbild aussuchen. Alle strömten nach vorn. Bis sich Helena zwischen ihren beiden Lieblingsmotiven entscheiden konnte, waren die beiden Bilder vergeben. Nur noch zwei Fotos waren übrig geblieben. Helenas Favoriten waren nicht darunter. Statt dessen hing das Bild mit den vier lachenden Menschen unterschiedlicher Hautfarbe an der Tafel. "Auf einmal fand ich es total schön", schilderte die Schülerin.
Für ihre Geschichte hatte sie nur drei Tage Zeit. Zunächst fehlte ihr die richtige Idee. Sie unterhielt sich mit Freunden, ihrer Familie und sammelte Anregungen. "Am Abend hatte ich mich aufs Bett gehockt und lange das Foto angesehen und dann ging es auf einmal ganz schnell. Ich drei Stunden habe ich den Text geschrieben. Am nächsten Tag brauchte ich ihn nur noch sauber abschreiben."
Helenas Text erzählt von Tayo. Sie kommt aus Nigeria und studiert in Deutschland Medizin. Tayo hat viele Freunde, schwarze und weiße. Sie wurde überall freundlich aufgenommen. Doch manchmal hat die junge Frau Angst. Sie kennt diese Blicke, diese rassistischen Äußerungen. "Heimatlos?" nannte Helena Peitsch ihren berührenden Text. Für die Autorin ist Tayo in Deutschland zu Hause.
Bei der Buchpräsentation im Rathaus stellten die jungen Autoren und die erfahrenen Schriftsteller ihre Texte vor. Als Anerkennung gab es für jeden gedruckte Exemplare.

Thüringer Allgemeine, 12. Mai 2010

Der Text von Helena Peitsch ist hier zu finden.
 


Stichwort

Lautstark


Von Esther Goldberg

„Frau Döring ins Sekretariat“, schallt es aus den Lausprechern des Heinrich-Mann-Gymnasium. Manchmal folgt noch ein „Bitte“. Auch andere Namen erklingen whörhend des einen oder anderen Schultages dank eines gut funktionierenden Mikrofons. Und alle dürfen mithören. Auch die, die schon ihr silbernes oder goldenes Abitur haben. Unangenehm ist, mittendrin im Schulalltag zu sein, derweil die grauen Haar wachsen. Vor allem werden niedere Instinke geweckt: Bei jedem neuen Ruf vom Sekretariat ist die klitzekleine Hoffnung, dass das Mikro mal nicht ausgeschaltet wurde. Plötzlich habe ich eine Horrorvision: Was, wenn dieses Schulbeispiel Schule machte, beispielsweise im Seniorenheim? „Frau M. zum Windeln bitte“. Bitte nicht.

Thüringer Allgemeine, 04. Mai 2010

Anmerkung: Auch eine unfreiwillige Werbung ist eine Werbung – und unsere Schule steht in der Zeitung! Die Resonanz auf den Beitrag war unübertroffen, auch über die Stadtgrenzen hinaus. Vielen Dank für die überraschende Werbung für unsere Schule! :-)


Heute beginnen die Abiturprüfungen
"Wer keine Kraft zum Träumen hat, hat keine Kraft zum Handeln." Dieses Thema wird heute im schriftlichen Leistungsfach Deutsch die Abiturienten fünfeinhalb Stunden lang beschäftigen. Wer Mathe schreibt, hat eine Stunde weniger.

Von Birgit Kummer

ERFURT.
"Ich werde eine unruhige Nacht haben und sehr zeitig wach sein, aus Angst, dass ich verschlafen könnte", sagt Annette Hunold, Lehrerin für Deutsch und Kunst. Seit vielen Jahren begleitet sie ihre Schüler zum und durch das Abitur, jedes Mal ist es eine aufregende Zeit für alle Beteiligten. Sie hält allen die Daumen, speziell aber ihrem Deutsch-Leistungskurs. Analysieren, interpretieren, erörtern, die Arbeitstechniken haben sie geübt. Heute ist das erste Leistungsfach an der Reihe. Morgens um sieben werden die Umschläge geöffnet, die sich schon in der Schule befinden wohlverwahrt im Panzerschrank. 100 junge Leute ziehen in die Aula ein. Zu den 82 Abiturienten der Schule kommen noch externe, die sich in der Volkshochschule auf das Abi vorbereiteten. Es herrscht striktes Handy- Verbot, schließlich sind viele der Geräte internettauglich. Dafür sind in Mathe Tafel- und Tabellenwerke erlaubt, in Deutsch ein Duden. Und Werke von Goethe bis Christoph Hein, die im Unterricht behandelt wurden. Sogar mit persönlichen Notizen. Vorher wurden die Bücher eingesammelt und in Stichproben kontrolliert, damit Schüler den Begriff Randnotizen nicht zu großzügig auffassen. In welche Aufgabenblöcke das Träumer-Thema gefasst wird, erfährt auch Annette Hunold erst morgens. "Das Abitur ist eine nervenaufreibende Sache, egal wie cool manche Schüler tun", weiß auch Axel Loth, langjähriger Oberstufen-Leiter und Englisch- Lehrer. "Nach acht Jahren müssten alle das Rüstzeug haben, um die Aufgaben zu bewältigen", ist er überzeugt. Er rate, den Abend vor den Prüfungen "sich selbst zu widmen und nicht bis zur letzten Sekunde zu büffeln." Beide Lehrer finden mündliche Prüfungen für die Schüler erträglicher. Da könne eine vorsichtige Nachfrage die Antwort noch drehen, falls sie in die falsche Richtung laufe. Bei der schriftlichen Prüfung gelte, was auf dem Blatt steht. Als Aufsicht fungieren heute zwischen drei und fünf Kollegen. "Wir appellieren an die Schüler, nicht zu betrügen. Sie riskieren, dass sonst das ganze Abi annulliert wird", warnt Axel Loth. Trotzdem geht man auf Nummer Sicher. Toilettenbesuche sind nur einzeln erlaubt. Werden plötzlich ganze Schülergruppen vom Harndrang befallen, geht ein Lehrer mit. So manches Maskottchen wird heute die Bänke zieren. Was können die Familien der jungen Leute tun? "Stütze sein. Ein schönes Frühstück einpacken. Zuspruch geben", meint der Oberstufenleiter. Viele Mütter seien noch viel aufgeregter als ihre Kinder. Das Daumendrücken in den Gymnasien, betont Axel Loth, gelte auch den Regelschülern, bei denen jetzt ebenfalls ein Prüfungsmarathon läuft.
 



Fiebern mit: Annette Hunold und Axel Loth haben heute Aufsicht im Heinrich-Mann-Gymnasium "Zur Himmelspforte".
Foto: Jens König

"Das Abitur ist eine nervenaufreibende Sache, egal wie cool manche tun."
(Axel Loth, Oberstufenleiter am Heinrich-Mann-Gymnasium "Zur Himmelspforte")

Thüringer Allgemeine, 23. April 2010


Schule sammelt für ihre Orgel

Ein Benefizkonzert im Atrium der Stadtwerke widmete sich einem Instrument, das einige Kilometer weit weg steht - der Walcker-Orgel im Heinrich-Mann-Gymnasium.

ERFURT.
Mit einem Benefizkonzert eine gute Sache zu unterstützen - das schrieb sich das Heinrich-Mann-Gymnasium Erfurt, Staatliches Gymnasium "Zur Himmelspforte" auf die Fahnen. Die Schule bereitet sich langfristig auf das 600-jährige Bestehen im April 2012 vor und bezieht dabei auch ein Instrument in den Blick mit ein. Als eine von nur noch drei Schulen Thüringens hat sie eine Walcker-Orgel aus dem Jahr 1930, sie steht in der Aula im Gebäude in der Gustav-Freytag-Straße. Das Instrument ist stark reparaturbedürftig. Seit einigen Jahren engagiert sich der Schulförderverein, um die für die Instandsetzung notwendigen Gelder zu sammeln. Schulleitung und Förderverein luden deshalb Persönlichkeiten, Institutionen und Vereine der Stadt sowie Schüler, Eltern, Lehrer und Ehemalige in Atrium der Stadtwerke ein, das der Hausherr kostenlos zur Verfügung stellte. Das künstlerisch anspruchsvolle Programm gestalteten der Schulchor und Solisten. Oberbürgermeister Andreas Bausewein übergab zu Konzertbeginn einen Scheck der Sparkasse Mittelthüringen über 1.000 Euro. Diese Summe wurde von den Stadtwerken in gleicher Höhe ergänzt. Auch Finanzministerin Marion Walsmann stellte einen Scheck über einen hohen Betrag in Aussicht, so dass mit dem Erlös des Abends die Orgelinstandsetzung bis in das Jahr 2012 erfolgreich fortgesetzt werden kann. Dafür sagt die Schule allen Spendern herzlichen Dank.

Thüringer Allgemeine, 22. April 2010


Thüringische Landeszeitung, 8. April 2010 - der gesamte Artikel kann hier auch als PDF-Dokument gelesen werden


Kurs auf das Abitur
Erfurter Gymnasien nehmen im August 878 Schüler neu auf

47,2 Prozent der Erfurter Grundschüler, die im laufenden Schuljahr eine 4. Klasse besuchen, werden ab August zum Gymnasium wechseln. 818 von ihnen tauschen innerhalb der Stadt die Schulbank, 60 kommen aus Grundschulen umliegender Landkreise der Landeshauptstadt.

Von Vera Dähnert

ERFURT.
[...] Erfreulich ist die Entwicklung im Heinrich-Mann-Gymnasium und im Albert-Schweitzer-Gymnasium. In beiden Schulen stieg die Zahl der Anmeldungen, "sie nehmen ab dem Schuljahr 2010/11 sogar fünfzügig Schüler auf", erklärt Schulamtsleiter Rigobert Krug. Attraktiv mache diese Gymnasien u.a. die gute Lage, einmal im südlichen Stadtteil und zu anderem im Norden mit einer sehr guten Erreichbarkeit. [...]

Thüringer Allgemeine, 23. März 2010


Schüler entdecken die Welt

Erfurt (TA).
Schüler aus ganz Deutschland wetteifern seit Januar zum zehnten Mal beim Wettbewerb "National Geographic Wissen" um den Titel des bundesweit besten Geographieschülers. Der 12-jährige Hannes Bischoff hat die ersten zwei Hürden geschafft und sich als Schulsieger des Heinrich-Mann-Gymnasiums Erfurt für den Landesentscheid in Thüringen qualifiziert. In den nächsten Tagen wird sich zeigen, ob Hannes Bischoff den anderen Schulsiegern des Bundeslandes überlegen ist und sich den Landessieg holt. Dann hätte er am 11. Juni beim großen Finale in Hamburg die Chance auf den Titel des besten Geographieschülers Deutschlands.


Weiter: Hannes Bischoff hat sich für den Landesausscheid qualifiziert.

Thüringer Allgemeine, 10. März 2010


Die Himmelspforte in Erfurt


Kulturjournal Mittelthüringen 6/2009 - der gesamte Artikel ist als PDF-Dokument unter "Schulgeschichte" zu finden


Lernen wie Harry Potter
Gut besucht waren das Heinrich-Mann- und das Königin-Luise-Gymnasium beim Tag der offenen Tür

Es herrschte am Samstag reges Treiben auf den Gängen vieler Gymnasien. Vor allem Eltern nutzen den Tag der offenen Tür, um die geeignete Einrichtung für ihre Kinder zu finden und einen Blick in den  heutigen Schulalltag zu werfen.

Von Doreen Zander

Erfurt.
Sie heißen Gebbo, Igor, Captain Captain oder Häuptling Hihihi. Mit viel Fantasie und Kreativität gestalteten die elften und zwölften Klassen des Heinrich-Mann-Gymnasiums im Kunstunterricht Puppen und Masken. Vorbild und Inspiration war der Bauhauskünstler Paul Klee. Am Tag der offenen Tür stellten sie ihre Arbeiten mit einer Performance vor. "Grotesk und nicht schön, mit großen Augen und Haaren voller Leben", so wollte zum Beispiel Melanie Otto ihre Puppe Bucula. Passend dazu entwarf die 17-jährige Schülerin eine Maske und ein Bild. Das Projekt "Puppentanz und Mummenschanz am Bauhaus" ist noch einmal am 19. März um 18 Uhr auf der Kunstmeile des Gymnasiums zu sehen. Vor allem die aus Sicht vieler Schüler netten Lehrer und der Gemeinschaftssinn kommen gut an am Heinrich-Mann-Gymnasium, das mit dem Qualitätssiegel "Berufswahlfreundliche Schule" zertifiziert ist. [...]


Thüringer Allgemeine, 15. Februar 2010


Europäischer Austausch

ERFURT.
Insgesamt 28 Schüler aus der französischen Picardie und Thüringen verbringen diese Woche zusammen im Rahmen des Schulprojekts "Europa zwischen Konfrontation und Kooperation". Ziel des Austauschs sei die Förderung des europäischen Geschichtsbewusstseins, teil das Kultusministerium gestern mit. Gemeinsam mit ihren Mitschülern aus dem Erfurter Heinrich-Mann-Gymnasium und dem Humboldt-Gymnasium Weimar werden die zwölf französischen Gymnasiasten unter anderem die KZ-Gedenkstätte Buchenwald sowie Point Alpha an der ehemaligen innerdeutschen Grenze besuchen. nach dem Gespräch mit Zeitzeugen und Künstlern sollen später eine zweisprachige Broschüre und ein Film entstehen.

Thüringer Allgemeine, 25. Januar 2010


Deutsch-Französisches Schulprojekt fördert Geschichtsbewusstsein

Vom 25. bis 29. Januar 2010 treffen sich insgesamt 28 Schülerinnen und Schüler aus der Picardie und Thüringen im Rahmen des Schulprojekts „Europa zwischen Konfrontation und Kooperation“ in Erfurt und Weimar sowie auf Point Alpha. Ziel des Austauschs ist die Förderung des europäischen Geschichtsbewusstseins. Gastgeber für die zwölf Gymnasiasten vom Lycée Pierre Mendès France aus dem französischen Péronne sind Schüler des Heinrich-Mann-Gymnasiums Erfurt und des Humboldt-Gymnasiums Weimar. Projektpartner der Schulen sind die Point Alpha Stiftung und das Historial Péronne, ein Museum zum Ersten Weltkrieg. Das Auftakttreffen des Projekts fand Ende letzten Jahres in Frankreich statt.

Thüringens Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Christoph Matschie, begrüßt das Schulprojekt: „Thüringen und die Picardie verbindet seit 15 Jahren eine enge Partnerschaft sowie ein intensiver Schul-, Hochschul- und Wissenschaftsaustausch. Weit über die bisherigen 24 thüringisch-picardischen Schulpartnerschaften hinaus geht das neue bilaterale Schulprojekt. An besonderen Lernorten wie Point Alpha oder dem Museum Historial Péronne können französische und deutsche Schüler Geschichte hautnah erleben. Dabei verbessern sie nicht nur ihre Fremdsprachenkenntnisse, sondern sie lernen auch ihr Nachbarland noch besser kennen. Damit leistet das Schulprojekt einen wichtigen Beitrag zum Zusammenwachsen Europas.“

Bei den Schulprojekttagen gehen die Thüringer Schüler mit den französischen Besuchern u. a. auf Grenzwanderung, besuchen die Gedenkstätten Buchenwald und Point Alpha, diskutieren mit einem Verbindungsoffizier der US-Armee über den „Kalten Krieg im internationalen Kontext“ und arbeiten gemeinsam mit Künstlern und Zeitzeugen zu den Themen „Erinnerungskultur“ und „Kunst am Todesstreifen“. Die bei dem Treffen gewonnenen Eindrücke und Ergebnisse sollen später in einer zweisprachigen Broschüre und einem Film festgehalten werden.

Medieninformation des Thüringer Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur vom 24. Januar 2010.


Thüringer Allgemeine, 22. Januar 2010


Mit Worten gefochten
Auftakt von "Jugend debattiert" im Heinrich-Mann-Gymnasium/ Zwei Sieger in der nächsten Runde

Argumente aufnehmen, die eigene Meinung vertreten und sachlich diskutieren - darum geht es beim Jugendwettbewerb "Jugend debattiert". In der ersten Runde stritten gestern Erfurter Schüler über Radwege und Noten im Schulsport.

ERFURT (ts).
"Ich vertrete heute die Pro-Seite", sagt Caspar Eisleb und beginnt, gegen die Abschaffung von Schulsport-Noten zu argumentieren. Er vertritt die Contra-Position - so steht es auch auf dem kleinen Pappschild vor ihm, aber den kleinen Schnitzer bemerkt er in der ersten Aufregung gar nicht. Mit drei weiteren Schülern steht Caspar im Forum des Heinrich-Mann-Gymnasiums und soll über die Notwendigkeit der Notengebung im Schulsport diskutieren. Befördern sie die Disziplin oder bauen sie unnötigen Leistungsdruck auf? Zwei Teilnehmer vertreten die Pro-Seite, die anderen beiden debattieren dagegen. Nach genau 24 Minuten hat jeder sein Fazit gezogen. Alle Argumente sind ausgetauscht. "Ich bin nur halb zufrieden", ärgert sich Caspar über seine anfängliche Unsicherheit. Die Juroren sehen ihn nach der Beratungszeit dennoch vorne. "Das ist aber noch ganz knapp", sagt einer von ihnen. Kriterien wie Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen oder Überzeugungskraft sind nicht immer ganz einfach auf die Teilnehmer anzuwenden. "Um genau diese Fähigkeiten geht es aber", erklärt Christel Wesch. Sie hat das Wortfechten organisiert und ist von dem Nutzen für Schüler und Lehrer überzeugt: Sicheres Auftreten und überzeugende Argumentation sei überall gefragt. "Da lernen die Schüler wirklich einmal etwas fürs Leben. "In der zweiten Runde ist auch Caspar sicherer. Er schmettert Zahlen durch den Raum, formuliert geschliffen, dann schlägt er Lösungsalternativen vor. Diesmal vertritt er tatsächlich die Pro-Position. Nach seinem Schlussstatement blickt er zufrieden. Von den zwölf Debattierern schaffen es schließlich zwei in die nächste Runde. Caspar ist einer von ihnen.

Thüringer Allgemeine, 21. Januar 2010


Neue Runde Jugend debattiert
Heinrich-Mann Gymnasium heute Gastgeber

Jugend debattiert – im Schulverbund Erfurt-Stadt beginnt heute der alljährliche Wettbewerb von Schülern zum Erlernen des fairen und geregelten Debattierens

ERFURT (TA).
Die Kooperative Gesamtschule, das Evangelische Ratsgymnasium, das Gutenberg-Gymnasium und das gastgebende Heinrich-Mann Gymnasium beteiligten sich in diesem Jahr zum fünften Mal an dem 2002 ins Leben gerufenen Bundeswettbewerb Jugend debattiert. Sie bilden gemeinsam den Schulverbund Erfurt-Stadt. Die Schüler debattieren innerhalb dieses Zusammenschlusses zu aktuellen politischen und schulischen Streitfragen. Sie verbessern mit dem fairen und geregelten Wettstreit nicht nur ihrer Sachkenntnis, sondern auch ihre Ausdrucks- und Gesprchsfähigkeit. Der Regionalverbund Erfurt ist Teil des bundesweiten Netzes von rund 660 Schulen, die im Schuljahr 2009/10 an jugend debattiert, dem größten privat finanzierten Projekt zur sprachlichen und politschen Bildung in Deutschland, teilnehmen. Der Landeswettbewerb in Thüringen wird von mehreren Stiftungen in Kooperation mit Kultusministerkonferenz und dem Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur getragen. Schirmherr ist Bundespräsident Horst Köhler. In einer Debatte äußern sich jeweils vier Jugendliche zu aktuellen politischen und schulischen Streitfragen. Jeder erhält zunächst zwei Minuten ungestörte Redezeit, in der er seine Position - pro oder kontra - darlegt. Es folgen zwölf Minuten freie Aussprache. Für ein Schlusswort steht jedem Teilnehmer eine minute zur Verfügung. Seine ursprüngliche Meinung darf er dabei verändern. Eine Jury bewertet Debatanten öffentlich nach Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft.

Thüringer Allgemeine, 20. Januar 2010


Spielerische Französischlektion

ERFURT (TA). Kürzlich war das France Mobil zu Besuch am Heinrich-Mann-Gymnasium/Gymnasium zur Himmelspforte. Damit gingen Schüler auf eine vierstündige Entdeckungsreise quer durch Frankreich, beschäftigten sich mit dem Bild des „typischen“ Franzosen, spielten, diskutierten und begeisterten sich für französische Musik. Die France Mobil sind kleine französische Kulturinstitute auf Rädern. Französische Lektoren stellen in spielerisch gestalteten Unterrichtsstunden den deutschen Schülern die französische Sprache und Kultur vor.

Thüringer Allgemeine, 7. Oktober 2009


Der Funke sprang über
Münchener Autor Alois Prinz las aus seinem Meinhof-Buch im Heinrich-Mann-Gymnasium

Der aus der Mode gekommene Griff zum Buch soll Jugendlichen wieder schmackhaft gemacht werden, so das Ansinnen von Schulen und Schriftstellern, das mit einer gestrigen Lesung umgesetzt wurde.

LÖBERVORSTADT (ehr).
Eine heftige Diskussion unter Zwölftklässlern des Heinrich-Mann-Gymnasiums am Ende der Buchlesung zeigte Zweierlei deutlich: Der vorangegangenen Lesung des Autoren Alois Prinz aus seinem Buch „Lieber wütend als traurig. Die Lebensgeschichte der Ulrike Marie Meinhof“ wurde aufmerksam gefolgt und das Thema polarisierte. Die Schüler stritten, ob man mit der Terroristin Sympathien haben sollte oder nicht. Der Münchener Schriftsteller Alois Prinz zeichnet in seinem über Jahre recherchierten Werk, das zwischen Sachbuch und Belletristik pendelt, die Lebensgeschichte einer wohlhabenden zweifachen Mutter nach, die sich eine der 60er-Jahre zur Untergrundkämpferin wandelt. Das RAF-Mitglied ist Anfang der 70er-Jahre an Sprengstoffanschlagen beteiligt, wird verhaftet und 1976 gerade einmal 41-jährig tot in der Gefängniszelle aufgefunden. Auf Einladung des Friedrich-Bödecker-Kreises machte Alois Prinz bei seiner Lesereise durch Thüringen einen Abstecher ins Erfurter Gymnasium. Mit einer Mischung aus freier Rede, Filmeinspielungen und dem Vortragen einiger Passagen zog er die 70 angehenden Abiturienten in den Bann und setzte das Ansinnen des Bödecker-Kreises, junge Leute für Bücher zu begeistern, gut um. Nicht zum ersten Mal bietet das Gymnasium um Schulleiter Reinhard Müller Autoren eine Bühne. Im vergangenen Jahr las der Thüringer Schriftsteller Bernd Ritter. Und im kommenden Jahr soll es wieder eine Autoren-Lesung geben.


Fesselnd: Schriftsteller Alois Prinz zog die Mann-Gymnasiasten in seinen Bann.

Thüringer Allgemeine, 7. Oktober 2009


Ramelow und Grüne bei Juniorwahl vorn

ERFURT (ek).
Mit einer Wahlbeteiligung von 82,5 Prozent haben 224 von 300 Schülern des Heinrich-Mann-Gymnasiums ihre Stimme zur Juniorwahl abgegeben. Bei der bundesweit stattfindenden fiktiven Wahl kommen interessante Ergebnisse zustande; die oft nah am realen Wahlergebnis liegen. Als Sieger im Wahlkreis 26, in dem das Gymnasium liegt, konnte sich Bodo Ramelow (Die Linke) mit 59 Stimmen als Sieger behaupten, dicht gefolgt von Peter Metz (SPD) mit 53 und Marion Walsmann (CDU) mit 52 Stimmen. Weit abgeschlagen mit.29 Stimmen ergatterte Dirk Adams (Grüne) Platz vier und Thomas Kemmerich (FDP) mit 20 Stimmen den fünften Platz. NDP-Kandidat Frank Schwerdt (NPD) bekam sieben Stimmen, Birgit Adamek von den Freien Wählern fünf. Bei der Zweitstimme liegen die Grünen mit 25,11 Prozent ganz klar vom. Den zweiten Platz sicherte sich die CDU mit 24,68 Prozent. Platz drei geht mit 19,05 Prozent an die SPD. Auf dem vierten Platz liegt die Linke mit 16,02 Prozent. Die NPD erhielt 4,33 Prozent, die Republikaner 0,87. Leer ausgegangen sind die Freien Wähler und die ödp.

Thüringer Allgemeine, 31.August 2009


Schüler wählen Grün
Juniorwahl an Schulen - Kaum Stimmen für Extremisten

Von Martin Moll

Erfurt, (tiz) Wenig zufrieden mit dem Ergebnis der Landtagswahl dürften die Schülerinnen und Schüler des Heinrich-Mann-Gymnasiums und des Evangelischen Ratsgymnasiums sein. Sie hätte anders entschieden. Das zeigt das Ergebnis der „Juniorwahl“ - 400 Erfurter Gymnasiasten hatten vergangenen Mittwoch in ihren Schulen die Wahlen durchgespielt. 40,8 Prozent der Zweitstimmen am Ratsgymnasium gehen auf die Bündnisgrünen. Auch am Heinrich-Mann-Gymnasium entschieden sich mit 25, 11 Prozent die meisten Schüler für Grün. „Die Grünen haben wie in den vergangenen Jahren ein sehr starkes Ergebnis“, sagt Ratsgymnasium-Lehrer Jürgen Junker. „Viele Schüler kommen aus einem Elternhaus mit Bürgerrechts- und Menschenrechtshintergrund“, erklärt er das Ergebnis. Auf den weiteren Plätzen landen SPD (20,9 Prozent), CDU (15 Prozent) und Linke (12,1 Prozent). Die FDP schafft es mit 5,3 Prozent der Stimmen noch so gerade in den Landtag. Die anderen Parteien und Wählerbündnisse bekommen zwischen l und 2,2 Prozent der Schülerstimmen. Knapper fällt das Ergebnis am Heinrich-Mann-Gymnasium aus. Hier gehen die Christdemokraten als zweitstärkste Kraft aus der Juniorwahl hervor (16,02 Prozent). Es folgen SPD (19,05 Prozent), Linke (16,02 Prozent) und FDP (6,93 Prozent). Auch hier scheitern Freie Wähler, NPD, Republikaner und öpd an der Fünf-Prozent-Hürde. Bei der Juniorwahl setzen die Schülerinnen und Schüler nicht nur ihre Kreuzchen: Sie sollen einen Einblick erhalten in den Ablauf der Wahlen und ihrer Organisation. So wirkten einige Gymnasiasten als Wahlhelfer, sorgten für einen reibungslosen Ablauf und zählten die Stimmen aus. Auch wenn ihre Stimmen auf die Zusammensetzung des wirklichen Landtags haben - in einer Sache sind die Schüler den erwachsenen Wählern weit voraus: Am Heinrich-Mann-Gymnasium machten 82,5 Prozent der Wahlberechtigten von ihrer Stimme Gebrauch. Am Evangelischen Ratsgymnasium griffen beinahe 100 Prozent zu Wahlzettel und Stift.

Thüringische Landeszeitung, 1.9.2009


Die Qual der Wahl
Bei der Juniorwahl durften die Schüler ihre Stimmzettel zur Probe in die Urne werfen

Wählengehen, das ist wichtig. Dass sich auch viele Minderjährige ernsthaft für das Thema interessieren, beweisen die Juniorwahlen. Hier wird fiktiv und mit großer Beteiligung gewählt.

Von Erik KLÜGLING

ERFURT.
Am Sonntag steht die Landtagswahl für „die Großen“ an. Da wird Thüringens politische Zukunft entschieden. Doch was ist mit denen, die nicht wahlberechtigt sind, aber trotzdem wissen wollen, wie sich der Gang zur Urne anfühlt? Die Schüler des Heinrich-Mann-Gymnasiums durften gestern bei den Juniorwahlen ihr Kreuz auf einen Wahlzettel machen, natürlich nur fiktiv. „Warum nur alles theoretisch im Unterricht behandeln? Die Schüler bekommen durch die Juniorwahl Praxis, und wenn sie dann richtig wählen, wenn sie, wie es geht“, erzählt Christel Wesch. Sie ist Lehrerin für Geschichte und Sozialkunde am Gymnasium und leitet die Juniorwahl. Ab der achten Klasse dürfen die Schüler ihre Stimme abgeben, natürlich freiwillig. Mit über 300 Stimmen wird gerechnet. „Die Wahlbeteiligung lag bisher immer bei über 80 Prozent“, freut sich Christel Wesch. Schon 1998 hat sie am damaligen Albert-Einstein-Gymnasium in der Bukarester Straße eigene Wahlen für Schüler eingerichtet. Sie war positiv überrascht „wie viele sich ernsthaft für dieses Thema interessieren und sich auch mit Parteiprogrammen auskennen“. Selbst die Parteien schauten gespannt auf die Ergebnisse. Die Juniorwahlen existieren seit 1998 bundesweit. Interessierte Schulen melden sich einfach auf der Homepage zu anstehenden Wahlen an und bekommen Material zugeschickt. Sogar Originale Wahlzettel sind mit im Paket enthalten. Das Projekt stützt sich dabei auf zwei Säulen: Wahlvorbereitung im Unterricht mit allem Drum Dran und der anschließende Gang zur Urne. Zahlreiche Schirmherren und wissenschaftliche Untersuchungen unterstreichen die Wichtigkeit des Projektes. „Im Prinzip ist es wie eine ganz normale Landtagswahl. Doch hier wählen die Schüler“, freut sich Wahlhelferin Henriette Schreyer aus der zehnten Klasse. Vier Stunden lang hatten die Schüler Zeit, ihre Stimme bei ihr abzugeben. Sie glaubt, dass dieses Jahr die CDU und Linke ganz vom liegen. „Viele nehmen die Wahlen ernst, aber natürlich gibt es auch ein paar, die sich einen Spaß erlauben“, denkt sie. Ob das Ergebnis von 1998 auf Spaß beruhte, darüber wurde heftig debattiert. Die NPD wurde bei der fiktiven Wahl von 4,8 Prozent der Wähler angekreuzt. „Viele haben das Ergebnis für repräsentativ gehalten", wundert sich Wesch. Sie bestreitet auch nicht, dass es ein paar Nazis an der inzwischen aufgelösten Schule gab. Wie nah das diesjährige Ergebnis an der Realität sein wird, steht am Sonntag fest. Nach Ablauf der richtigen Wahl werden die Ergebnisse auf die Schulhomepage gestellt.

Thüringer Allgemeine, 27. August 2009


„Heute kein Mathe wegen Landtagswahl“
400 Erfurter Gymnasiasten beteiligen sich an „Juniorwahl“

Erfurt, (tlz/td) Wahlen, Wahlen, immer nur Wahlen. Spätestens jetzt - in Zeiten, wo Wahlkampf Hochkonjunktur und jeder Spitzenkandidat ein Dauergrinsen im Gesicht hat - wissen wir, warum 2009 gemeinhin als Superwahljahr bezeichnet wird. Doch haben wir auch Superwähler? Der Blick in immerhin zwei Erfurter Gymnasien lässt ein Körnchen Hoffnung aufkeimen: „Zur Juniorwahl“ haben hier gestern etwa 400 Erfurter Schüler ihre Stimmen abgegeben. Für vier Stunden durften die 8. bis 12, Klassen des Heinrich-Mann-Gymnasiums und die 9. bis 12. Klassen des Evangelischen-Ratsgymnasiums ihren Schreibtisch gegen Wahlkabinen eintauschen. Richtig - die Jugendlichen haben schon Abgeordnete in den Landtag gewählt. Und auch in ein paar Wochen, zur Bundestagswahl, dürfen sie simulativ ihr Kreuzchen setzten. Solche Juniorwahlen werden an mehr als 1000 Schulen mit rund 250000 Jugendlichen bundesweit organisiert. Jürgen Junker, Sozialkundelehrer am Ratsgymnasium, das schon seit 1989 dabei ist: „Ich bin immer noch ganz angetan von dieser Idee. Damit haben Schüler auch schon ihrer Wahlberechtigung die Chance, an einem politischen Meinungsbildungsprozess teilzunehmen.“ Und weil der nicht von ungefähr kommt, haben sie sich vorher selbst unterricht und informiert. „Es gab Referate über Parteien und deren Wahlprogramme, damit auch jeder bewusst wählt“, so Junger weiter. Vor allem aber ist ihre Stimme nicht wertlos: Die Wahlergebnisse werden veröffentlicht und mit denen der „Erwachsenenwahl“ verglichen. Und weil die beiden Gymnasien auch als offizielle Wahllokale fungieren, standen den Schülern gestern schon die Original Wahlkabinen- und Urnen zur Verfügung. Eine perfekt-authentische Simulation, für eine Zukunft voller Engagement - für eine Zukunft voller junger Wähler.

„Wir haben gewählt“: Lisa Löwina (16), Henriette Schreyer(15), Annika Wagner (15), Christopher Stern (15) und Christoph Läseke (16) für das Erfurter Heinrich-Mann-Gymnasium. Foto: Dunkel

Thüringische Landeszeitung, 27. August 2009


Dreimal eins macht eins
Erster Abitur-Jahrgang aus drei fusionierten Schulen

Was haben ein Schriftsteller, ein Physiker und ein Berg gemeinsam? Auf den ersten Blick wohl nichts. Doch schaut man mal genauer hin, so stellt man fest, dass alle drei Namensgeber großartiger Schulen waren. Auf Grund geringer Schülerzahlen fusionierten das Heinrich-Mann-Gymnasium, das Albert-Einstein-Gymnasium und das Buchenberg-Gymnasium. Wir sind der erste Abiturjährgang, der Schüler aller drei Schulen miteinander vereint. Zunächst brachte diese Zwangsvereinigung Unstimmigkeiten, wie zum Beispiel den Namen des neuen Gymnasiums. Anknüpfend an die Vergangenheit unserer Schule einigte man sich auf „Heinrich-Mann-Gymnasium Erfurt Staatliches Gymnasium „Zur Himmelspforte". Doch war dies nicht das einzige Problem, welches es zu lösen galt. Allein durch den räumlichen Wechsel litten viele Schüler an Heimweh. Wir vermissten unsere Schulgebäude, die Pausenhöfe und unsere Lehrer.
Auch war die Anzahl der Mitschüler gewöhnungsbedürftig. Doch sind all diese Probleme nur nebensächlich, wendet man sich der eigentlichen Schwierigkeit einer Schulfusion zu: Das Zusammenwachsen vieler junger unterschiedlicher Menschen zu einer großen, starken Gemeinschaft. Das Pausenklima war geprägt durch mehrere kleine Grüppchen und auch die Klassen bzw. Kurse zeigten sich gespalten. Doch bereits wenige Wochen nach Beginn der elften Klasse fanden erste Annäherungsversuche statt. Wir schlossen Freundschaften mit den Schülern der verschiedenen Gymnasien und schon bald erlebte unsere gesamte Klassenstufe ein Gemeinschaftsgefühl, bei dem die ehemalige Schulzugehörigkeit keine Rolle mehr spielt.
Bei diesem Zusammenwachsen halfen uns die vielen verschiedenen Aktivitäten, die unsere Schule anbietet. Allem voran natürlich die Kursfahrten. Ganz gleich ob es nach Italien, Frankreich oder England ging, waren es in jedem Fall ganz besondere Erlebnisse, verbunden mit viel Spaß und natürlich einer Menge Lehrreichem. Wir erforschten Weltmetropolen, wie Monaco, Mailand und London, genossen Sonnenuntergänge am Meer und erlebten die original englische Lebensweise in Gastfamilien. Wieder in Erfurt ging es nicht weniger interessant weiter, denn auch unser Schulalltag bietet viel Abwechslung. Für die Sportbegeisterten unter uns organisierten unsere Lehrer ein breit gefächertes Angebot an Sport AGs. Die Mathematikolympiade, die von Elftklässlern organisiert wird, bot uns die Möglichkeit selber aktiv mitzuwirken und eine gute Tradition ein weiteres Jahr zu erhalten.Auch der Chor, der regelmäßig einmal pro Woche probt, findet regen Zulauf. Er repräsentiert unser Gymnasium bei zahlreichen Auftritten, wie dem Wettbewerb der Schulchöre oder dem Weihnachtskonzert. Auch dieses Schuljahr versammelten sich viele Schüler, Lehrer und Eltern Ende Dezember in der Thomaskirche, um den weihnachtlichen Klängen zu lauschen. Mit Hilfe der Deutschlehrer organisierten wir auch das Bertolt-Brecht-Programm 2008. Innerhalb- einer Stunde brachten wir mittels Episoden seines Lebens und Auszügen seiner Werke dem Publikum diesen einzigartigen Dichter und Schriftsteller näher. Von unseren Nachfolgern organisiert fand dieses Jahr das Heinrich-Heine-Programm statt.
All diese gemeinsamen Aktionen halfen uns bereits Ende der elften Klasse, einen festen Zusammenhalt zu bilden. Gemeinsam trauerten wir auch unseren Lehrern und teilweise Stammkursleitern nach, die durch die endgültige Zusammenlegung mit dem Buchenberg-Gymnasium gehen mussten. Da unser alter Direktor in den wohlverdienten Ruhestand zog, durften wir auch einen neuen Schulleiter kennen lernen. Alles neu macht die zwölfte Klasse. Durch die unglaublich hohe Schülerzahl unseres Jahrgangs gab es natürlich auch Vorteile, so war das Angebot an verschiedenen Leistungsfächern groß. Nach der Schule wollen wir auch alle unsere eigenen Wege gehen. Was wird aus uns? Was werden wir später arbeiten? Jeder hat seine eigenen persönlichen Vorstellungen. Egal ob wir Ärzte, Pharmazeuten, Architekten, Informationstechniker oder Pädagogen werden, unsere Schulzeit prägte uns und wird uns immer verbinden. Sie gibt so den unterschiedlichsten Menschen eine Gemeinsamkeit. Also, was haben nun ein Schriftsteller, ein Physiker und ein Berg gemeinsam? Ihre Namen werden uns immer an unsere Schulzeit und die mit ihr verbundenen vielen schönen Erlebnisse und Erfahrungen erinnern.

Text: Theresa Berthold, Kaja Hoyer

Thüringer Allgemeine, 26. Juni 2009 (Sonderveröffentlichung "Tschüss, Schule!")
 

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