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Unsere Schule in der Zeitung
Schuljahr 2006/2007
 

Diplomatisches Geschick
Fünfzig Jahre nach ihrem Abitur trafen sich ehemalige Schüler der Heinrich-Mann-Schule

Zwölf Jahre nach Kriegsende, vier nach dem Aufstand des 17. Juni machten sie ihr Abitur m der Heinrich-Mann-Schule. In deren Aula sahen sich jetzt etliche der Ehemaligen nach 50 Jahren erstmals wieder.

LÖBERVORSTADT (ms).
Sie haben viel erreicht, zumindest die meisten des Abijahrgangs 1957. Sie wurden Universitätsprofessoren oder Ärzte, Anwälte oder Ingenieure. In manchem haben sie ihre Lehrer von einst überflügelt. Eines aber, erinnert sich Klaus Wittig, Toxikologe und Festredner für seine Abiklasse 12A2, blieb für ihn unerreicht: „Sie hatten viel diplomatisches Geschick, unsere Lehrer. Bei allen wusste man, was sie über die politische Situation dachten, ohne dass sie es hätten sagen müssen."
So waren die Zeiten, damals in den Fünfzigerjahren, als das traditionsreiche Gymnasium Zur Himmelspforte bereits Heinrich-Mann-Schule hieß und Kritik an den Verhältnissen unerwünscht war. Ein Grund, warum viele; derjenigen, die sich am Samstag in der Aula des Gymnasiums versammelten, bald nach dem Abitur ihr Glück im Westen suchten.
Mit dem Abstand der Jahre aber erinnern sie sich ihrer Schulzeit als unbeschwerten Lebensabschnitt. Bewundernde, fast schon liebevolle Erinnerungen an die Pauker von damals verbinden sie. Nur einer ist gekommen, das viele Lob persönlich entgegen zu nehmen. Horst Schulz zur Wiesch unterrichtete sie als junger Mann in den Naturwissenschaften. Am Samstag erhielt er, achtzigjährig, einen Ehrenplatz in der ersten Reihe. Fünf Klassen waren sie damals, fast 100 Schülerinnen und Schüler. Einige verloren sich nach der Schule für Jahrzehnte aus den Augen, andere verweisen stolz auf jährliche Klassentreffen.
Erstmalig trafen sie sich nun alle gemeinsam, um das „Goldene Abitur" zu feiern. Seit 2004 geschieht das jährlich in der Heinrich-Mann-Schule, das nun wieder den Namen „Zur Himmelspforte" trägt. Die Schule hält Aula und Schulchor für die Festveranstaltungen bereit, Schulleiter Dieter Chemnitius führt schon mal persönlich durchs Haus. Traditionspflege wird großgeschrieben, die Ehemaligentreffen gehören dazu.

Thüringer Allgemeine, 25. Juni 2007


Schülerinnen kamen (fremd)sprachlich weit

LÖBERVORSTADT (TA).
Fünf Schülerinnen der 8. und 10. Klassen des Heinrich-Mann-Gymnasiums erkämpften mit ihrem englischen Theaterstück „Tine for changes“ einen dritten Platz beim Regensburger Sprachenfest. Das Bundessprachenfest ist die Endrunde des Bundeswettbewerbes Fremdsprachen. Stephanie Davis, Sulvia Dettmar, Anne-Marie Lachmund, Karola Mittag und Sophia Pubst überzeugten die Jury durch eine sehr gute Aussprache und ihr engagiertes Spiel. Im nächsten Jahr findet das 18. Bundessprachenfest vom 12. bis 14. Juni in Erfurt statt.

Thüringer Allgemeine, 21. Juni 2007


Schulen

Nachwuchsreporter
BERLIN.
Sandra Glaser und Melanie Otto von der Schülerzeitung "Ventil" vom Heinrich-Mann-Gymnasium waren Teilnehmer der Jugendpressetagen der SPD-Bundestagsfraktion und Gäste beim Erfurter Abgeordneten Carsten Schneider, den sie als einstigen Schülerzeitungsredakteur befragten.

Exkursion zur Praxis
JENA.
Als "Berufswahlfreundliche Schule" waren die Mann-Gymnasiasten der 10. Klassen zu einer kostenlosen Exkursion in den Jenoptik AG eingeladen und erkundeten "Licht als Werkzeug der Zukunft". Beeindruckt waren die Schüler von den Beispielen aus den Bereichen Laser, Optik und Sensorik für die Luft- und Raumfahrt, Medizin und den Automobilbau. Auch eine Anregung in Richtung Lehrstellensuche.

Thüringer Allgemeine, 4. April 2007


„Nicht so einfach“
Das Buchenberg-Gymnasium erlebt die zweite Fusion innerhalb von drei Jahren

Das Buchenberg-Gymnasium soll bis Juli 2008 mit dem Heinrich-Mann-Gymnasium „Zur Himmelspforte" fusionieren. Das Gebäude am Schellrodaer Weg wird dann anderweitig genutzt. Im TA-Gespräch: Schulleiter Reinhard Müller.

Wie ist die Stimmung?
Gedrückt. Schon wieder steht ein Umzug an. Vor zweieinhalb Jahren wurde das Häßler-Gymnasium am Rabenhügel mit dem Buchenberg-Gymnasium fusioniert. Unsere Schule schloss, wir zogen auf den Buchenberg. Jetzt sind wir soweit, dass endlich wieder alles aus einem Guss ist - und nun wird das Buchenberg-Gymnasium mit dem Heinrich-Mann-Gymnasium vereinigt.

Das ja auch schon eine fusionierte Schule ist - hier verschmolzen das Albert-Einstein-Gymnasium Bukarester Straße und das Heinrich-Mann-Gymnasium.
Es ist ein Tribut an zurückgehende Schülerzahlen, dass Erfurt statt einst neun nur noch fünf staatliche Gymnasien haben wird. Doch wer einen solchen Umzug nicht erlebt hat, der kann ihn nicht nachvollziehen. Schüler und Lehrer identifizieren sich ja auch mit dem Gebäude, den Räumen, der Umgebung, dem Schulweg. Es ist nicht so einfach, wie es sich anhört.

Wer bleibt, wer geht?
Wir sind jetzt noch 330 und werden nach den Sommerferien nur noch 170 sein. Die Fünften, Sechsten und Siebenten bleiben bis Sommer 2008, auch die künftigen Zehnten und Zwölften, damit sie in Ruhe ihre Abschlüsse machen können. Alle anderen wechseln bereits nach den Sommerferien 2007 in die Gustav-Freytag-Straße.

Bewerben Sie sich als Schulleiter?
Kollege Chemnitius vom Heinrich-Mann-Gymnasium geht im Jahr2008 in den Ruhestand, die Stelle wird ausgeschrieben. Ich werde mich bewerben. Ich kenne einen Teil des Kollegiums und der Schülerschaft. Und ich arbeite seit fast zwei Jahrzehnten mit großer Leidenschaft als Schulleiter.

Gespräch: Birgit Kummer

Thüringer Allgemeine, 6. März 2007


Für Fusion fehlt noch der Beschluss
Viele Schüler des Buchenberg-Gymnasiums werden bereits in diesem Sommer die Schule wechseln

Einem Stadtratsbeschluss vorgegriffen hat die Schulbehörde. Noch ist die Fusion zweier Gymnasien nicht abgesegnet, doch die Kurswahl-Modalitäten dulden keinen Aufschub.

ERFURT.
Zwar pfeifen die Spatzen von den Dächern, dass das Buchenberg- und das Heinrich-Mann-Gymnasium wegen zurück gehender Schülerzahlen fusionieren und künftig in der Gustav-Freytag-Straße beheimatet sind. Doch der entsprechende Stadtratsbeschluss steht noch aus. Zum l. August 2008 solle die Fusion vollzogen sein, bestätigt Schulamtsleiter Wolfram Abbe. Doch bereits in bzw. nach den diesjährigen Sommerferien sollen zahlreiche Klassen wechseln, nicht zuletzt wegen der Plätze in den Kurssystemen ab Klasse 11. Auch die achten Klassen werden bereits im Sommer umziehen, beschlossen jetzt die beiden Schulkonferenzen. Am Buchenberg verbleiben die künftigen Abschlussklassen 10 und 12 sowie die sechsten und siebenten Klassen.
Mit dem künftigen Schulnamen habe es keine Eile, so Wolfram Abbe. „Zum 31. Juli 2008 werden beide Dienststellen aufgelöst und eine neue Dienststelle wird gegründet. Die neue Schulkonferenz kann dann den Antrag auf einen Schulnamen stellen.“ Er gehe davon aus, dass der historische Standortbezug der Schule in der Gustav-Freytag-Straße erhalten bleibe. Sie trägt nach mehrjährigen Diskussionen um die Schultradition bereits den Doppelnamen „Heinrich-Mann-Gymnasium Erfurt. Staatliches Gymnasium Zur Himmelspforte“. Schwer vorstellbar, wo in diesem Schulnamen noch der Bezug zum Buchenberg unterkommen sollte.

Birgit Kummer

Thüringer Allgemeine, 2. März 2007


Französischer Literaturpreis

LÖBERVORSTADT (TA).
Im Heinrich-Mann-Gymnasium traf sich gestern die Landesjury des „Prix des lycéen“. Vier Schüler - davon drei aus Erfurt - tauschten sich über französische Jugendromane aus. Alle Teilnehmer hatten die fünf Werke im Original gelesen und einigten sich in Anwesenheit der französischen Botschafterin, Madame Junot, auf das beste der Bücher: „Maestro“ von Xavier-Laurent Petit. Für den politischen Roman wird Tabea Selbmann in der nächsten Runde argumentieren. Der bundesweite Sieger erhält einen Druckkostenzuschuss für die Übersetzung. Die Gymnasiasten verbessern durch die Debatten ihre Sprachkenntnisse anhand aktueller Themen.

Thüringer Allgemeine, 1. März 2007


„Schon mal fremdgegangen?“
Erfurter Orchester-Flötist im Musikunterricht des Heinrich-Mann-Gymnasiums

Der Profimusiker Martin Backs hatte bei seinem gestrigen Schulbesuch Flötentöne, Instrumente und intime Geständnisse im Gepäck.

LÖBERVORSTADT (sk).
„Ja, ich mag die Musik, die ich mache. Und: Nein, ich höre kein Techno“ antwortet Flötist Martin Backs den neugierigen Pennälern des Musik-Grundkurses. Mit Trubel und Gitarrenklängen empfingen sie ihn bereits in der Pause. Ganz im Klaren darüber, was ihn erwartet, sei er sich nicht; gibt er zu. Sein ungewöhnliches Gastspiel soll die Schüler auf einen Besuch der Erfurter Oper einstimmen. Claude Debussy steht für sie am 15. März auf dem Programm. Zuvor jedoch mussten sie gestern in einer Klassenarbeit mit ihrem Wissen über den französischen Komponisten glänzen. Die Fragestunde und die Kostproben ihres musikalischen Gastes waren für sie daher das angenehme Preludium der gefürchteten Leistungskontrolle. Der Kontakt zueinander war über die Theaterpädägogin Regine Weißenborn zustande gekommen.
„Ein- bis zweimal im Jahr versuchen wir unseren Schülern ein besonderes Musikereignis zu bieten“ sagt Lehrerin Dagmar Kreutzer. Ein Novum seien jedoch die pädagogischen Flötentöne. Als ein Handy klingelt, lässt sich Bläser Backs nicht aus der Ruhe bringen. „In der Probe kostet das Geld, in der Vorstellung das Leben“ scherzt er. Musik sei nicht nur sein Hobby, sondern sein Beruf. Seit er fünf wurde, legt er deshalb die Flöte kaum aus der Hand; manchmal bis zehn Stunden am Tag. „Ober er von seinem Instrument dennoch mal fremdgegangen sei?“ möchte ein Schüler wissen. „Nur zwangsweise im Studium – mit dem Klavier“, gesteht Backs zur allgemeinen Erheiterung und spielt Debussy.

Thüringer Allgemeine, 28. Februar 2007


Zum Abitur mit eigenem Profil
Drei Gymnasien und eine Regelschule warben am Samstag mit Tagen der offenen Tür um Schüler

Nächsten Montag beginnt die Anmeldewoche in den staatlichen Gymnasien. Eltern von Viertklässlern stehen vor der Qual der Wahl. Die Schulen mühen sich um Nachwuchs. Am Samstag stellten sich einige von ihnen der Öffentlichkeit vor.

Von Markus Stelle

ERFURT. […]
Als Haus voller kreativer Ideen zeigte sich auf das Heinrich-Mann-Gymnasium „Zur Himmelspforte“ in der Gustav-Freytag-Straße. Auf 80 Mitglieder ist der Schulchor angewachsen, Theaterproben und Ausstellungseröffnungen gehören seit jeher zum Tag der offenen Tür. Neben den Naturwissenschaften stehen hier traditionell die Sprachen im Vordergrund. Besonderes Bonbon: die bilinguale Ausbildung in Französisch. Schon ab der fünften Klasse können Schüler neben dem Sprachunterricht Stunden in Landeskunde nehmen, später Geografie und Sozialkunde auf Französisch lernen. […]

Thüringer Allgemeine, 19. Februar 2007


Pfannkuchen und Argumente
Im Heinrich-Mann-Gymnasium: Faires Miteinander im Wettbewerb „Jugend debattiert“

Vier Gewinner aus zwei Alterstufen qualifizierten sich gestern für die nächste Runde des bundesweiten Wettstreits „Jugend debattiert“.

ERFURT (sk).
Es wurde heftig debattiert in der Aula des Heinrich-Mann-Gymnasiums. Inhaltlich wagte man sich durchaus an brisante Themen heran. „Sollen Models ein vorgeschriebenes Mindestgewicht nachweisen müssen?“ fragten sich die Sieger der Klassen 9 und 10, Verena Möller und Martin Skaba (beide KGS). Die Gewinner der Klassen 11 und 12, Dina Domrös und Karoline Hahn vom Ratsgymnasium wollten wissen, ob in Schulen uniformiertes Sicherheitspersonal eingesetzt werden soll. Dabei konnten die schrecklichen Vorfälle am hiesigen Gutenberg-Gymnasium nicht unerwähnt bleiben. Die beiden Gruppen einigten sich darauf, dass nur eine ganzheitliche Betreuung der Schüler durch entsprechend geschultes Personal die Gewaltbereitschaft an Schulen senken könne.
Die Vorbereitung der Themen und die Auswahl der Kandidaten war bereits vorher im Unterricht erfolgt, so dass alle Schüler von der neunten bis zur zwölften Klasse mit der Technik des Debattierens in Kontakt kamen. Per Los wurde am Wettkampftag entschieden, ob die besten zwei Debattierer jeder Schule nun für oder gegen einen Vorschlag argumentieren sollten. Der Wettbewerb soll vor allem die Diskussionsfähigkeit der Teilnehmer fördern. „Den Anderen ausreden zu lassen, seine Meinung zu akzeptieren und mit ihm gemeinsam einen Kompromiss zu finden“, das sind nach Aussage der Erfurter Initiatorin Christel Wesch die Fertigkeiten, die das Debattieren am meisten schult. Tatsächlich ließen sich die Schüler gelegentlich von den Vorschlägen ihrer Kontrahenten überzeugen. Miteinander statt gegeneinander zu diskutieren stand für sie im Vordergrund. Nicht ohne Lohn. Die Schüler der Kooperativen Gesamtschule, des Heinrich-Mann- und des Ratsgymnasiums wurden der Aufenthalt mit Pfannkuchen versüßt.

Thüringer Allgemeine, 16. Februar 2007


Offene Türen vor der Fusion

LÖBERVORSTADT.
Für interessierte Eltern und Schüler der 4. Klassen öffnet das Heinrich-Mann-Gymnasium Erfurt Staatliches Gymnasium „Zur Himmelspforte“ in der Gustav-Freytag-Straße 65 am kommenden Samstag von 9-13 Uhr seine Pforten. Der Tag der offenen Tür richtet sich besonders an Eltern und Schüler des Buchenberg-Gymnasiums, mit dem das Heinrich-Mann-Gymnasium im nächsten Jahr fusionieren soll. Schüler der gymnasialen Oberstufe können sich über Berufschancen und Studienmöglichkeiten informieren.

Thüringer Allgemeine, 15. Februar 2007


Mehr als nur ein Vierjahresplan
Schließen und Zusammenlegen: Wie sich die Stadtverwaltung die Entwicklung der Schulen vorstellt

Mit sechs ersten Klassen stellt die Grimm-Schule derzeit einen Rekord auf. Während es in anderen Grundschulen mitunter nur wenige ABC-Schützen gibt, sind es hier eigentlich zu viele. Um die wechselnden Schülerzahlen hier wie andernorts auszugleichen, soll das Erfurter Schulnetz während der nächsten vier Jahre umgestaltet werden.

LANDESHAUPTSTADT.
Während die Grimm-Schule vor allem vom Kindersegen in den neuen Wohnvierteln von Marbach profitiert, sieht es im Süden der Stadt gänzlich anders aus. „Die Schließung des Buchenberg-Gymnasiums lässt sich nicht verhindern", prophezeit Werner Ungewiß (parteilos), Leiter des Schulverwaltungsamtes. Schuld seien stark rückläufige Schülerzahlen. Im nächsten Jahr soll die Schule deshalb im Heinrich-Mann-Gymnasium aufgehen. Mit einer auf vier Jahre angelegten Schulnetzplanung möchte die Stadtverwaltung auf die schwankenden Jahrgangszahlen reagieren. „Wir schaffen klare Strukturen", schwärmt die Sozialbeigeordnete Tamara Thierbach (Linke). Kurze Schulwege zu ermöglichen, sei erklärtes Ziel, auch, um so die Kosten für die Schülerbeförderung möglichst gering zu halten. Als besonders gravierendes Problem bezeichnet Ungewiß den Sanierungsstau in der Grundschule Kerspleben. Hier könnte ein Neubau die bessere Lösung darstellen. Die Entscheidung dazu müsste indes der Stadtrat fällen. Noch gibt es dafür keinen spruchreifen Termin. Für denkbar erachtet das Schulverwaltungsamt auch die inhaltliche Kooperation von Grundschulen, Regelschulen und Gymnasien. Modellversuche könnten laut Ungewiß am Roten Berg sowie rund um den Talknoten starten. Hinter den Kulissen wurde sogar bereits an einer Schulkonzeption bis zum Jahr 2030 gebastelt. Bereits in achten Jahren soll es demnach einen neuen Spitzenwert bei den Grundschülern gerben – und zwar 6500. Das wären etwa 40 Klassen mehr als heute.

Mirko Krüger

Thüringer Allgemeine, 7. Februar 2007


Aus für Buchenberg
Aktuelle Planungen für das Erfurter Schulnetz in der Diskussion / Ein Gymnasium soll geschlossen werden

Vor zwölf Jahren hatte Erfurt noch mehr als 40 000 Schüler. Inzwischen sank die Zahl auf 27 000. Von damals 94 Schulen blieben 66 übrig. Auch in den nächsten zwei Jahren wird sich das Schulnetz verändern.

Von Birgit KUMMER

ERFURT.
„Die Schulen haben die Unterlagen dieser Tage bekommen“, bestätigt Schulverwaltungsamtsleiter Werner Ungewiß. Die Ortschaftsräte erhalten die Entwurfs-Papiere in dieser Woche. Sechs Wochen bleiben zur Beratung. Auch der Schulausschuss, der vergangene Woche wegen der Sturm-Probleme ausfiel, wird sich mit dem Thema Schulnetz befassen. Einschneidendste Veränderung und Tribut an die zurückgehenden Schülerzahlen: Das Buchenberg-Gymnasium soll 2008 geschlossen werden. „Schon jetzt stimmen viele Eltern mit den Füßen ab und melden ihre Kinder anderen Gymnasien an“, bestätigt Schulamtsleiter Wolfram Abbe. Im Zuge der Schulnetzplanung würden komplette Klassen an das nächstgelegene Heinrich-Mann-Gymnasium wechseln. Zehnte und zwölfte Klassen sollen allerdings die nächsten Monate am Buchenberg-Gymnasium bleiben, um ungestört die besondere Leistungsfeststellung bzw. das Abitur in Angriff nehmen zu können. Schwierig könnte sich der Wechsel für Gymnasiasten erweisen, die bestimmte Fremdsprachenkombinationen belegten. Hier will das Schulamt zum Beispiel dafür Sorge tragen, dass ab Sommer 2007 am Heinrich-Mann-Gymnasium ein weiterer Lateinlehrer zur Verfügung steht. Veränderungen stehen auch für die Einzugsbereiche von Grundschulen an, speziell für die Europaschule (Grimm-Schule/Blumenstraße). Hier ist der Andrang so groß, dass die Schule aus allen Nähten platzt und sechszügig unterrichtet. Überlegungen gehen in die Richtung, die ebenfalls beliebte Grundschule in der Riethstraße z.B. auch für Kinder aus Marbach zugänglich zu machen und so für Entspannung zu sorgen. Noch sei alles in der Diskussion, beschwichtigen Bildungspolitiker. In jedem Fall wolle man Veränderungen im Schulnetz in Ruhe besprechen, ehe sie dem Stadtrat vorgelegt werden. Es sei auch noch nicht klar, wie es mit der gymnasialen Oberstufe und dem Kurssystem in Thüringen weitergehe. In den Erfurter Gymnasien kommen nur knapp 88 Prozent der Schüler aus der Landeshauptstadt, der Rest aus dem Umland.

Thüringer Allgemeine, 23. Januar 2007


Engere Kontakte nach Lille
Das deutsch-französische Jahr brachte dem Heinrich-Mann-Gymnasium ein besonderes Lehrbuch ein

Mit dem Jahreswechsel geht das deutsch-französische Jahr zu Ende. Es bereicherte das Stadtgeschehen mit Ausstellungen, Veranstaltungen und Begegnungen. Und es wird mehr bleiben als die Erinnerung - für Schüler z. B. ein gemeinsam erstelltes Geschichtslehrbuch.

Von Iris PELNY

ERFURT.
Zwei Jahre wurde an dem Lehrwerk zur zeitgenössischen Geschichte für Schüler an Gymnasien in Deutschland und Frankreich gearbeitet. Die Präsentation Mitte November brachte Studienrätin Ingrid Schüler ein Wiedersehen mit Erfurts Partnerstadt Lille und langjährigen Bekannten. Mit sechs Schülerinnen vertrat sich das Heinrich-Mann-Gymnasium. Eine Reise, die bei allen noch lange nachklang. Die Stadtverwaltung hatte mit einem Bus geholfen. In Lilie kümmerten sich die Mitglieder der Freundschaftsgesellschaft Köln-Lille-Erfurt um die Gastgeberseite. Am 17. November wurde es dann ernst: Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „citéphilo“ gab es ein Arbeitstreffen zwischen Schülern der Gymnasien „Montebello“ und „Feidherbe“ einerseits und Schülern aus den Partnerstädten Köln und Erfurt andererseits. Dazu gehörten verschiedene Diskussionsforen in gemischten Schülergruppen zu Fragen wie „Was sind für Sie die wichtigsten Ereignisse seit 1945? Was bedeutet der Begriff Nation heute für Sie?“ Und zweisprachig galt es auch eine Einschätzung des Lehrwerkes sowie gemeinsam erarbeitete Standpunkte zu formulieren. Bei den zwei Sprechern, die aus jeder Gruppe gewählt wurden, um die Ergebnisse vorzutragen, war vom Erfurter Mann-Gymnasium Anna Fischer. „Eine hochbegabte Schülerin“, wie Französischlehrerin Ingrid Schüler betont. Anna stellte mit ihren Darlegungen auch die Qualität des Leistungskurs Französisch im deutschen Schulunterricht unter Beweis.
Am nächsten Tag fand im Auditorium des Palais des Beaux-Arts die eigentliche Präsentation des neuen Lehrwerks statt. Ingrid Schüler war schon beeindruckt, mit welch hoher Wertigkeit diese eingestuft worden war. „Anwesend waren neben Vertretern von „citéphilo“ die stellvertretende Bürgermeisterin von Lilie, die Kulturbeauftragte der deutschen Botschaft in Frankreich sowie Mitarbeiter der Verlage", zählt Frau Schüler auf.
„Denn das Lehrwerk wird als politisches Ereignis angesehen, das anregen soll, über die Geschichtsschreibung und die Rolle der Bildung bei der Herausbildung eines Nationalbewusstseins, auch im Zusammenhang mit der Globalisierung, nachzudenken.“ Natürlich bekamen die Teilnehmer jeweils auch ein Exemplar des geschichtsträchtigen Werkes. Das Buch wird künftig im Geschichtskurs der 12. Klassen am Heinrich-Mann-Gymnasium eingesetzt.
Eigentlich sei bei ihnen ja immer deutsch-französisches Jahr und der Schüleraustausch mit Lilie erfolge regelmäßig, meinte Ingrid Schüler für das siebenköpfige Schul-Team der Französischlehrer. Doch haben diese 2006 noch verstärkte Akzente gesetzt. Klassenräume wurden thematisch gestaltet, es gab Projekte, die das Nachbarland von Paris bis in die einzelnen Regionen vorstellten. Es wurde mehr mit französischen Originalfilmen gearbeitet als sonst üblich und es fand ein extra Sprachenwettbewerb statt. In Vorbereitung des Hopfenbergfestes gab es einen Plakatzeichenwettbewerb und das Programm beinhaltete französische Lieder, Gedichte und Tänze. Mit einem selbst entwickelten Theaterstück wird man zudem für den Französischunterricht ab 5. Klasse – auch so wird das deutsch-französische Jahr fortklingen.

Thüringer Allgemeine, 30. Dezember 2006


Doppelter Konzert-Zweck

Schüler des Heinrich-Mann-Gymnasiums erfreuten sich und viele Zuschauer am Donnerstag und Freitag mit einem Weihnachtskonzert in der Aula. 200 Euro des Erlöses spendeten sie für die TA-Aktion "Helft den Kindern in Ruanda", die den Bau von Schulen unterstützt.

TA-Foto: J. König

Thüringer Allgemeine, 16. Dezember 2006


Zukunftspläne
Qualitätssiegel für Schulen verliehen

ERFURT (ak).
In gelb und blau, mit langem Pfeil - in diesem Design präsentiert sich das Qualitätssiegel "Berufswahlfreundliche Schule". Vier Erfurter Schulen dürfen sich nun damit schmücken.
Bunte Plakate locken an allen Seiten. Raunendes Stimmegewirr erfüllt den Raum. Die Messe ist gut gefüllt. Schüler und Lehrer präsentieren Konzepte, die ihnen im letzten Jahr das Qualitätssiegel "Berufswahlfreundliche Schule" einbrachten. Mit großem Interesse lauschen Unternehmensvertreter und andere Gäste. Auch die Preisträger des Jahres 2006 hören interessiert zu und sammeln schon wieder neue Anregungen. Dann beginnt die feierliche Verleihung - 34 Schulen erhalten die begehrte Auszeichnung. Darunter gleich vier Erfurt: Die Friedrich Schiller Schule, das Heinrich Mann Gymnasium, die Integrierte Gesamtschule sowie die Ulrich von Hutten Schule.
Mit der Plakette sollen Leistungen bei der Berufswahlvorbereitung gewürdigt und bekannt gemacht werden. Hohe Anforderungen werden an die Bewerber gestellt. Seminare, Praktika - eine breite Palette von Angeboten, die Schüler klarer in die Zukunft schauen lassen, ist nötig um die Jury zu überzeugen. Ausgeschrieben wird das Siegel seit letztem Jahr vom Thüringer Kultusministerium, Wirtschaftskammern und freien Bildungsträgern.

Thüringer Allgemeine, 13. Dezember 2006


Juroren in Schulen

ERFURT (TA).
Zum zweiten Mal wird in diesem Jahr das Thüringer Qualitätssiegel "Berufswahlfreundliche Schule" verliehen. Dazu werden in Erfurt das Heinrich-Mann-Gymnasium, die Integrierte Gesamtschule und die Regelschulen "Friedrich Schiller", "Thomas Mann" und "Ulrich von Hutten" auditiert. Dabei untersucht eine zentrale Jury unter Vorsitz von Albrecht Gölz, Leiter Aus- und Weiterbildung der Robert Bosch Eisenach GmbH, wie die Jugendlichen auf eine Ausbildung vorbereitet werden. Insgesamt bewerten in Thüringen 48 Juroren aus Unternehmen und Institutionen 41 Regelschulen, Förderzentren und Gymnasien.
Bei der ersten Vergabe des Q-Siegels zählte in Erfurt die Regelschule "Willy Brandt" am Herrenberg zu den ausgezeichneten Einrichtungen. Hier beginnt die Berufsvorbereitung bereits in der siebten Klasse. Die Schule arbeitet eng mit der Handwerkskammer, dem Erfurter Bildungswerk und weiteren Partnern zusammen.

Thüringer Allgemeine, 24. Oktober 2006


Schüler an die Wahlurnen
Testlauf zur geplanten Reform der Schülersprecherwahl an zwei Erfurter Schulen gestartet

Den Stein ins Rollen brachte die Beschwerde eines Schülers an den Staatssekretär im Kultusministerium.
Das bisherige Verfahren zur Wahl des Schülersprechers empfand er als ungerecht.

ERFURT.
Mit Beginn des neuen Schuljahrs starteten Kultusministerium und Landesschülervertretung den Testlauf zur geplanten Reform der Schülersprecherwahl. In der letzten Woche wurde am Heinrich-Mann-Gymnasium nach dem neuen Verfahren entschieden. In dieser Woche schritt man an der Willy-Brandt-Regelschule nach den neuen Regeln zur Urne. Die zwei Schulen gehören zu den fünf Thüringer Schulen, an denen das reformierte Wahlverfahren getestet wird. Verläuft die erste Phase gut, dann wird es als Alternative zur bisherigen Prozedur Eingang in das Schulgesetz finden. Was aber wurde an den zwei Schulen getestet? Bisher wurde der Schülersprecher von den Klassensprechern aus ihrem Kreis gewählt. Nach dem neuen Wahlverfahren werden alle Schüler an der Wahl ihres wichtigsten Vertreters beteiligt, und wählen diesen direkt. Auch Nicht-Klassensprecher können nun Schülersprecher werden. Dadurch gab es an den Schulen zum ersten Mal einen Wahlkampf um den Posten. Trotz recht unterschiedlicher Erfolge bei der Durchführung, sind sich beide Schulleiter einig: Zwar verursacht das neue Verfahren einen gehörigen organisatorischen Mehraufwand, jedoch ist es auch ein ausgezeichnetes Beispiel für gelebte Demokratie. Zudem würde die erste Erfahrung zeigen, dass sich die Schüler viel stärker in den Prozess einbringen.
Andree Hochbach von der Landesschülervertretung erläutert die Intention des neuen Verfahrens so: Schüler sollen langsam an das Wählen heran gerührt werden. Einmal 18 geworden, soll der Gang zur Urne als Selbstverständlichkeit erscheinen. Eine Haltung, die sich über die Jugendlichen, vielleicht auch auf Eltern überträgt, so die Hoffnung.

Katharina HÖNE               Thüringer Allgemeine, 21. September 2006


Beruhigend, wenn man sie hat
Defibrillatoren von den Sanitätern an die Sanitäter zweier Schulen übergeben

Erfurt. (tlz/heax)
180 oder auch 360 Volt pumpt ein Defibrillator im Notfall durch die Brust - falls das Gerät zuvor ein Kammerflimmern bei dem Notfallpatienten messen konnte. Bei totalem Herzstillstand meldet sich das 1400-Euro teure Stück per Computerstimme: "Bitte Puls messen!", fordert es auf, monoton, aber beruhigend. Dann kommt die Anweisung zur Herz-Lungen-Wiederbelebung. Die Schulsanitäter des Heinrich-Mann-Gymnasiums und der Edith-Stein-Schule verfügen seit gestern jeweils über ein AED-Gerät, kinderleicht zu bedienen. Ulrich Schliwa hat sie gestern übergeben: "Ich hoffe, sie kommen nie zum Einsatz" sagte er, es sei aber beruhigend, wenn sie verfügbar sind. Rund 130 000 Menschen würden jedes Jahr den plötzlichen Herztod sterben, bei 8 von 10 Fällen wäre eine Hilfe innerhalb der ersten Minuten lebensrettend - das Gerät könne dabei helfen.


Die Schulsanitäter des Heinrich-Mann-Gymnasiums und der Edith-Stein-Schule verfügen seit gestern jeweils über ein AED-Gerät (Defibrillator). Jacob, Jennifer, Julia und Laura demonstrieren die Technik.

Thüringische Landeszeitung, 08. September 2006


Spitzentechnik für Schulsanitäter

LÖBERVORSTADT (sz).
Seit gestern können die Schulsanitäter des Heinrich-Mann-Gymnasiums und der Edith-Stein-Schule bei Herz-Kreislauf-Stillständen professionelle Hilfe leisten. Der Malteser Hilfsdienst überreichte ihnen zwei Defibrillatoren im Werte von 2800 Euro, die im Notfall auch in der Umgebung der Schulen eingesetzt werden sollen. Spenden und die Freigabe von Lottomitteln durch das Thüringer Kultusministerium ermöglichten die Finanzierung der beiden Geräte. Der Malteser Hilfsdienst bildet seit 2002 an Heinrich-Mann-Gymnasium und Edith-Stein-Schule die Schulsanitäter aus. Ab der 8. Klasse können sich Schüler von professionellen Sanitätern in einem wöchentlichen Kurs einweisen lassen, um im Notfall erste Hilfe leisten zu können. Am Wochenende beginnen weitere 43 hochmotivierte Schüler ihr Erste Hilfe-Training.

Thüringer Allgemeine, 08.September 2006


Pressemeldungen des Schuljahres 2005/2006 befinden sich im Archiv.