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Unsere Schule in der Zeitung
 Schuljahr 2005/2006
 

Schulfusion weckte Emotionen

Die erfolgreichen des Heinrich-Mann-Gymnasiums / Letzte Absolventen des Albert-Einstein-Gymnasiums

In guter Tradition stellt die Thüringer Allgemeine die Abiturienten des Jahrgangs 2005 vor. Heute: das Heinrich-Mann-Gymnasium mit den letzten Abiturklassen des ehemaligen Albert-Einstein-Gymnasium.

LÖBERVORSTADT.
Die großen Ferien waren wieder einmal viel zu schnell zu Ende. Am 19. August 2004 trafen wir uns - ganz neu aufgeteilt - zum Schuljahresbeginn. Es lagen bereits zehn Jahre Schule hinter uns. Die Prüfungen als l0.-Klassen-Abschluss waren vor den Ferien erfolgreich bestanden und die Kurswahl erzwang nun neue Gemeinschaften in Form unserer Stammkurse. Allzu unbekannt waren wir uns nicht. Grundschulfreundschaften wurden aufgefrischt, viele kannten sich aus vorherigen Klassen, Arbeitsgemeinschaften oder auch Schulsportmannschaften. Hinzu kamen Schülerinnen und Schüler anderer Schulen und solche, die aus Auslandsjahren zurückkehrten. Die Kurse MA l, MA 2, D l, D 2 und D 3 waren geboren.
Wie wird das Kurssystem laufen? Das war die Frage. Man musste sich zusammen finden, eine Vielzahl von Tests und Kursarbeiten absolvieren, spannende Arbeiten für das Seminarfach erledigen ... es ging von vornherein mit riesigen Schritten auf das Abitur zu.
Wir erlebten in unserer Schulzeit viele Veränderungen. Eine wichtige war die Verwandlung des Heinrich-Mann-Gymnasiums zunächst in das „Gymnasium an der Gustav-Freytag-Straße“ und schließlich in das „Heinrich-Mann-Gymnasium Erfurt, Staatliches Gymnasium Zur Himmelspforte“. Richtig feierlich wurde es auf diesem Weg besonders zum Weihnachtskonzert 2005 in der Thomaskirche, bei dem Schüler des Mann-Gymnasiums und des Albert-Einstein-Gymnasiums erstmals gemeinsam ein stimmungsvolles Programm gestalteten. Viele Schüler unseres Jahrgangs hatten sich dabei engagiert.
Zwei wichtige Schultraditionen wurden auch von unserem Jahrgang weitergetragen. Für die Deutsch-Kurse war das die Gestaltung eines literarischen Programms zu Ehren von Heinrich Mann. Wir wählten das Thema „Künstler gegen den Krieg“ und waren stolz auf den großen Applaus, der unsere Mühen zur Vorbereitung des Programms belohnte. Für die Mathekurse war es die 11. Schulmathematikolympiade. Dazu wurde von unserem Jahrgang ein neues Maskottchen gestaltet und wir waren sehr erfreut über die große Resonanz, die sie bei den matheinteressierten Schülerinnen und Schülern der Schule fand.
Unsere Stammkurse wuchsen in zu festen Gemeinschaften zusammen, in denen ein freundschaftliches Klima herrschte. Die vielen interessant gestalteten außerunterrichtlichen Aktivitäten wie Kursfahrten, Wandertage und Weihnachtsfeiern, das Engagement unserer Lehrerinnen und Lehrer für unseren Unterricht, die Einsatzbereitschaft unserer Stammkurslehrerinnen Bliedung, Eger, Focke, Kuplich, Dr. Moldenhauer haben wesentlich zur Entwicklung eines solchen Klimas beigetragen.
Wichtig erscheint uns auch zu sagen, dass trotz unserer Einbindung in die Stammkurse durch das Kurssystem eine starke Vernetzung innerhalb unseres ganzen Jahrgangs gelang, die uns auch in schwierigen Situationen getragen hat und die es ermöglichte, eine Schülerin mit Handicap in alle Unternehmungen zu integrieren. So konnte die Studienfahrt der gesamten Jahrgangsstufe in Klasse 12 zu einem unvergessenen Höhepunkt werden, zumal wir in Düsseldorf und Köln zwischen unseren Studien auch Pausen einlegten. Jetzt gibt es wieder große Ferien und unsere Wege haben sich getrennt. Eine lehrreiche und interessante Zeit ist zu Ende gegangen und es warten neue Probleme auf unsere Lösungen, die wir mit Elan in Angriff nehmen. Gern werden wir an unsere Schulzeit zurück denken und als „Ehemalige“ - vielleicht zum Schulfördervereinsfest - mal vorbeischauen.

Schülerinnen und Schüler der Abiturklassen

Alberts Enkel machen das Licht aus!

Voriges Jahr wurde das Albert-Einstein-Gymnasium an das H.-Mann-Gymnasium angegliedert. Belauschen wir ein fiktives Gespräch zwischen Heinrich Mann und Albert Einstein.
H.M.: Albert, die Schüler von deinem ehemaligen Gymnasium bekommen in diesem Jahr ihr Abiturzeugnis, auf diesem wird der Name von meiner Schule stehen. Haben die Abgänger diese Ehre verdient?
A.E.: Na klar, denn bei uns gab es nicht nur einen Kursverband, sondern Zusammenhalt außerhalb der Klassenräume.
H.M.: Inwiefern?
A.E.: Zum Beispiel traf man sich zum Kochen, zum Grillen in Alperstedt, zum Feiern in Centrum oder C1.
H.M.: Wie sah es bei euch mit Wandertagen und Kursfahrt aus?
A.E.: Das waren sicherlich die Höhepunkte der letzten Jahre. Die Kursfahrt führte die Schüler nach Ummaz/Rügen, da hatte man beides, die Sonne Italiens und die Party Spaniens.
H.M.: Die meisten Lehrer habe ich ja schon kennengelernt, in deiner Schule muss es doch jetzt ziemlich leer sein?
A.E.: Das war eigentlich das Schöne daran, kein kollektives Geschiebe in den Gängen und eine familiäre Stimmung. Durch die gemütliche Atmosphäre kam ein ausgeprägtes Lehrer-Schüler-Verhältnis zustande.
H.M.: Was du nicht sagst? Erzähl mir mehr, wer war eigentlich noch an eurer Schule?
A.E.: Zwei zehnte Klassen haben meine Abgänger begleitet. Die Stammkursleiter der drei Kurse waren Fr. Hunold, Fr. Lange und Fr. Fliedner, sie haben in den letzten zwei Jahren die Klassen zusammengehalten und zu einer großen vereint.
H.M.: Und was kommt nach der Abiklasse 2006, die Sintflut?
A.E.: Nein, die Berufsschule. Mein Gymnasium wird geschlossen und die Schüler gehen in alle Himmelsrichtungen: zum Studium in Potsdam oder Auslandslandsaufenthalt in Australien oder Au Pair in Frankreich und natürlich Zivildienst und Bundeswehr.
H.M.: Das klingt ja interessant, bist du traurig, deine Schützlinge gehen zu lassen?
A.E.: Einerseits tut Abschied immer weh, andererseits kann ich getrost in Rente gehen, wenn
ich mir meine „Enkel“ ansehe.

J. Ropers/ J. Hoffmann

Thüringer Allgemeine, 15. August 2006
Die Fotos aus der Zeitung findet ihr in der Fotogalerie der Erfurter Allgemeinen


Amtsleiter: Keine Panik bei Schulnetz

ERFURT (TA).
Er warne vor verfrühter Panik, was die Schulnetzplanung für Gymnasien beträfe. Das sagte Dr. Werner Ungewiß, Leiter des Schulverwaltungsamts, gegenüber TA.
„Wir haben mit allen Gymnasialschulleitern auf Einladung des Schulamts darüber gesprochen, was uns erwartet.“ Es sei allen klar, dass es kritisch werden könne, so Ungewiß mit Blick auf die zurück gegangenen Schülerzahlen. Doch es sei durchaus denkbar, dass die Konferenz der Kultusminister KMK vom Kursmodell ab Klasse 11 abrücke und wieder für die Einführung von Klassen votiere. Dann gebe es keinen Grund mehr, in Erfurt ein Gymnasium zu schließen.
Man möge nicht in Panik verfallen, bittet Ungewiß. „Wir stehen erst am Anfang der Überlegungen.“ Der Stadtratsbeschluss, im Rahmen der Schulnetzplanung auch den Komplex der Gymnasien „Heinrich Mann“ und „Buchenberg“ zu untersuchen, sei noch gar nicht in Kraft.

Thüringer Allgemeine, 13. Mai 2006


Schul-Poker
Stadtrat votierte einstimmig für Schließung zweier Schulen / Weitere Standorte werden geprüft

Zwei Schulen werden nach den Sommerferien im Erfurter Schulnetz fehlen. Sinkende Schülerzahlen führend auch in den nächsten Jahren zu Schließungen.

ERFURT. (...)
In Anbetracht der vergangenen Schulzusammenlegungen – die Fusion von Buchenberg- und Häßler-Gymnasium führte zu heftigen Protesten der Schülerschaft (TA berichtete) – rät Norbert Busse: „Eltern, Lehrer und Schüler sollten schon im Voraus die neue Schule besichtigen, um sich langsam an den Wechsel zu gewöhnen." Hoffentlich bleibt das böse Erwachen dann aus. Dieses droht vielleicht in den kommenden Jahren dem Buchenberg- und Heinrich-Mann-Gymnasium. Laut Stadtratsbeschluss soll untersucht werden, ob diese Gymnasien noch tragbar sind. Aus internen Schulkreisen ist aber bekannt, dass in spätestens zwei Jahren, die Fusion beider Gymnasien droht. Für das Buchenberggymnasium, das erst 2004 mit dem Häßler-Gymnasium vereint wurde, um den Schulstandort Südost zu festigen, wäre dies ein besonderer Härtefall.

Falk STEINBORN                   Thüringer Allgemeine, 6. Mai 2006


Beschluss Nr. 070/2006 vom 29. März 2006
Fortschreibung des Schulnetzplanes der Landeshauptstadt Erfurt für das Schuljahr 2006/2007

Genaue Fassung:
Der Stadtrat beschließt für das Schuljahr 2006/2007 die Fortschreibung des Schulnetzplanes (Schulentwicklungsplanes) 2001 bis 2006 für die Landeshauptstadt Erfurt mit folgenden zusätzlichen Maßnahmen:

(...)

04
Untersuchung im Rahmen der Schulnetzplanung
Komplex GS 5 / GS 22 / GS 27; Komplex RS 5 / RS 6 / RS 7; Komplex RS 23 / RS 25; Komplex GS / RS Kerspleben; Komplex GS 6 / GS 7 / GS 8; Komplex Gymnasium 5 / Gymnasium 8
V: Schulverwaltungsamt                           T: 2006/2007

Amtsblatt der Stadt Erfurt, 15. April 2006


Gerechnet und geknobelt wie die Weltmeister

ERFURT (TA).
Gestern fand in Erfurt in Regie der Schülerakademie die zweite Stufe des Landesausscheids für den Adam-Ries-Wettbewerb statt. Bei der Klausur am Vormittag im Einstein-Gymnasium hatten die 50 erfolgreichsten Teilnehmer der ersten Runde - mit über 500 Einsendungen aus den fünften Klassen des ganzen Landes - eine Aufgabe aus dem zweiten Buch des großen Rechenmeisters zu lösen. Aus Erfurt waren drei Fünftklässler dabei: Maximilian König vom Schweitzer-Gymnasium, Josephine Herold vom Gutenberggymnasium und Jan Wollschläger vom Königin-Luise-Gymnasium. Ab 15 Uhr gab es im Thüringenpark öffentlich die Siegserehrung. Die zehn Besten vertreten Thüringen im Juni in Annaberg-Buchholz beim Bundesländerwettbewerb, treten gegen die Sieger aus Sachsen, Bayern und der Republik Tschechien an. Für Erfurt holte Maximilian König einen ersten Preis.

Thüringer Allgemeine, 27. April 2006


RECHENMEISTER.
Beim Mathematik-Wettbewerb Adam Ries findet heute am Erfurter Einstein-Gymnasium der Landesausscheid statt.

Thüringer Allgemeine, 26. April 2006


Nicht in die rechte Ecke
TA-Gespräch mit Ralf Sehl, Heinrich-Mann-Gymnasium

Das Heinrich-Mann-Gymnasium trägt seit einigen Tagen den Zusatz „Zur Himmelspforte“. Zur Namensgebung gab es Misstöne: Schüler kritisierten, dass die NS-Zeit auf einer Schautafel als unbeschwerter Alltag dargestellt wurde. Dazu Ralf Sehl, Informatik-Lehrer.

Sie haben die Ausstellung mit konzipiert und sind zornig über den TA-Beitrag?
Wir lassen uns nicht in die rechte Ecke stellen.

Aber die von Schülern beanstandete Tafel enthält tatsächlich nur Fotos von Wanderungen und vom Sport.
Die Schularchive sind nach 1945 offenbar aussortiert worden. Im Gegensatz zu der Behauptung, es gebe Fotos aus der NS-Zeit in Hülle und Fülle, hatten wir nur ein einziges Bild, auf dem Klassen in HJ-Uniform an einem Nachmittag vor dem Schulhaus posieren.

Warum zeigten Sie es nicht?
Weil viele der damals jungen Leute noch leben und wir nicht jeden einzelnen ausfindig machen konnten. Es ist eine Frage der Persönlichkeitsrechte. Auch wenn ich das nicht direkt vergleichen will: Wir haben auch auf Darstellungen verzichtet, die Pioniere und FDJler zeigten, weil das einige der abgebildeten Personen nicht wollten.

Sie weisen die Kritik an der Ausstellung zurück?
Die Tafel zu den.30-er und 40-er Jahren aus der Ausstellung zu entfernen, wie von einigen Schülern gefordert, wäre nicht vertretbar gewesen. Diese Jahre gehören zur Geschichte der Schule. Und wir haben sie durchaus kritisch reflektiert. In einer Dia-Präsentation und einem historischen Video.

Die waren am Nachmittag aber nicht zugänglich.
Die Ausstellung wurde eigens für den Festakt der Namensgebung vorbereitet. Mehrere Kollegen haben wochenlang recherchiert und sich sehr viel Arbeit gemacht. Film und Präsentation liefen in Dauerschleife zur Ausstellungseröffnung und während des Festakts.

Was ist dort zu sehen?
Der Amateurfilm wurde damals illegal gedreht, er zeigt Aufnahmen aus dem Schulalltag ab 1940, mit Unterrichtsszenen, aber auch mit dem deutschen Gruß. In der Dia-Präsentation zeigten wir u. a. die sogenannte Gefallenenhalle und ein kritisches Schülerzitat über die NS-Zeit. In einem Schaukasten findet sich auch ein Interview mit einem ehemaligen Schüler der Himmelspforte, der diese Jahre reflektiert. 

Alles ohne Kommentare.
Wir wollen, dass sich jeder sein  Bild  über  Geschichte macht. Anlässlich der Namensgebung haben wir einen Bogen über 594 Jahre Schule gezogen - von Amplonius de Rating bis in die heutige Zeit. Für spezielle Bereiche gibt es Seminarfacharbeiten und andere Möglichkeiten der Aufarbeitung.

Gespräch: Birgit KUMMER                            Thüringer Allgemeine, 8. April 2006


Ziel ist Darstellung der Geschichte der „Himmelspforte“ 

Als Lehrer der „Himmelspforte“ nimmt dieser Leser zur Berichterstattung zur Namensverleihung der Schule Stellung:

Mit Befremden nehme ich die Artikel in den Samstagausgaben ihrer Zeitungen zur Kenntnis und sehe mich veranlasst, einige Aspekte klar zu stellen.
Der so genannte offene Brief der Schüler ist an die Schulleitung adressiert. Jedoch haben die Verfasser nicht den Mut, ihre Forderungen mit ihren Namen zu unterschreiben. Außerdem entspricht diese Meinung nicht der Mehrheit unserer Schüler. Auch inhaltlich ist der Brief sehr widersprüchlich. In den Bildarchiven der Schule befinden sich keine Fotos, die wie im offenen Brief beschrieben „(…) die vorherrschende Alltagssituation des NS-Regimes (…)“ zeigen. Die verwendeten Bilder zum Sport stammen beispielsweise aus der Festschrift zur Eröffnung des Schulneubaus 1930 und zeigen wohl den Alltag der damaligen Zeit. Weiterhin fordern die Schüler die Entfernung der Tafel zu den 30er und 40er Jahren aus der Ausstellung. Gerade das wäre aus meiner Sicht eine unvertretbare Handlung, da auch diese Zeit zur Geschichte der Himmelspforte gehört. Man kann nicht auf der einen Seite „Geschichtsverfremdung“ vorwerfen und auf der anderen Seite fordern, diese Epoche aus der Ausstellung zu entfernen. Als Journalist sollte Ihnen bewusst sein, dass es nur ein schmaler Grat zwischen der Darstellung und der Verherrlichung dieser Zeit ist. Man wird es nie allen Ausstellungsbesuchern Recht machen können, der offene Brief stammt von wenigen Schülern unserer Schule!
Ziel der Ausstellung ist ganz klar, die Darstellung der Geschichte der „Himmelspforte“ und nicht die Geschichte des politischen Extremismus in Deutschland. Rechnet man die Bibliotheca Amplonia hinzu, sind das fast 600 Jahre. Weder den Verfassern des offenen Briefes noch ihren Journalisten fiel auf, dass neben den nicht vorhandenen Darstellungen des zweiten Weltkrieges auch keine zum ersten Weltkrieg, zum Deutsch- Französischen Krieg, zum Spanischen Bürgerkrieg, zum Dreißigjährigen Krieg oder zum Bauernkrieg zu sehen waren. Auch in der Legion Condor dienten ehemalige „Himmelspförtner“ als Freiwillige! Wir verzichteten auf Darstellungen, die in der ehemaligen DDR Schüler oder Lehrer in Kleidung der Pioniere, der FDJ oder der GST zeigten, da dies von den abgebildeten Personen nicht erwünscht war. Ebenso war zu berücksichtigen, dass noch lebende Zeitzeugen des Dritten Reiches das gleiche Recht haben und in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt würden, wenn sie sich in einer Uniform der HJ ohne vorherige Zustimmung zur öffentlichen Ausstellung wieder erkannt hätten. Zumal uns nur ein einziges Bild dieser Art zur Verfügung gestanden hätte! Im Übrigen wurde im Dritten Reich die HJ-Uniform nicht täglich in der Schule getragen, wie Bilder aus der damaligen Zeit belegen und Zeitzeugen anhand ihrer Fotos auch nachweisen können. Auch in der DDR war es nicht üblich, Pionierhalstuch, FDJ-Hemd oder gar eine GST-Uniform täglich zu tragen!
Die Zeit des NS-Regimes in Deutschland blieb dennoch in der Ausstellung nicht unberücksichtig. In der Diashow, die zur gleichen Zeit am gleichen Ort über den gesamten Zeitraum der Festveranstaltung zu sehen war, wurde neben der „Gefallenen-Ehrenhalle“ auch ein Zitat eines ehemaligen Schülers abgebildet, der aus heutiger Sicht deutlich die politischen Ereignisse verurteilt! (…)

Ralf Sehl, Erfurt           Thüringische Landeszeitung, 7. April 2006


AUS BRIEFEN AN DIE REDAKTION

Ernsthafte Gedanken

Zur Kritik an der Ausstellung zur Geschichte der „Himmelspforte" schreibt diese Leserin: 

Eine kritische Reaktion ist besser als gar keine. Zeigt es doch, dass der Schüler die ausgestellten Dokumente, Fotos und Bücher aufmerksam betrachtet hat und sich ernste Gedanken darüber macht. Die Ausstellung anlässlich  der  Namensgebung „Zur Himmelspforte"  hatte nicht das Ziel einer öffentlichen Aufarbeitung der Geschichte. Faksimile Seiten der Bibliotheka Amploniana, Zeitdokumente, Fotos, Lehrbücher, geschrieben von ehemaligen Lehrern oder Direktoren, persönliche Erfahrungen in Briefen ehemaliger Schüler (z.B. der Brief von Prof. Müller, der jahrelang für die UNO gearbeitet hat), Klassenfotos und Filmaufnahmen, die uns vom Stadtarchiv und ehemaligen Schülern zur Verfügung gestellt wurden, sollten in Wort und Bild auf die Besucher  der  Ausstellung wirken, um eine fast sechshundertjährige Geschichte zu bezeugen. Wir wollten nicht der detaillierten Aufarbeitung der einzelnen Zeitabschnitte in Schülerprojekten vorgreifen. Es gibt noch eine Vielfalt an Material zum l. Weltkrieg, zur Weimarer Republik, zum Nationalsozialismus, der für zahllose Grausamkeiten und den 2. Weltkrieg verantwortlich  ist.  Es  war  bestimmt nicht unsere Absicht, die NS-Zeit als unbeschwerte Episode darzustellen, indem wir Bilder aus dem Schulalltag präsentierten. Die aktive Auseinandersetzung mit der Geschichte und den Auswirkungen auf die Schule fangt erst an. Der Zeitraum des Stalinismus mit dem 17. Juni 1953, die 60er, 70er und die 80er Jahre mit den Diskussionen um die Einführung der vormilitärischen  Ausbildung an den Schulen sind politisch brisant. Selbst in den neunziger Jahren nach der Wende achten Lehrer und Schüler Erfahrungen, die aufgestaut zu einem großen Eklat an der Schule rührten. Wir haben auch zu den genannten Zeiträumen keine Wertung vorgenommen. Wir hoffen, dass die  Schüler nicht am Punkt der Kritik  stehen  bleiben,  sondern sich einmischen, die aktive Auseinandersetzung mit geschichtlichen  Hintergründen suchen und direkte Zusammenhänge zum Alltag an unserer Schule herstellen. Es betrifft die Generation der Großeltern und Eltern unserer Schüler. Hier bedarf es Takt und Sensibilität bei der Aufarbeitung. Das kann nicht in einer öffentlichen Ausstellung zur Namensgebung, sondern möglichst im Gespräch mit betroffenen Zeitzeugen erfolgen. Wenn die aufmerksame Reaktion eines Schülers die anderen anregt genauer hinzusehen und Fragen zu stellen, die nicht immer angenehm sind, kann man für die Kritik nur danken. Wir hoffen, dass die Schüler dadurch ermuntert wurden sich intensiver mit Geschichte und ihrer Beziehung zum Alltag in der Vergangenheit und Gegenwart zu beschäftigen. 

F. Krüger, Erfurt                      Thüringische Landeszeitung, 7. April 2006


Lesermeinung

Schulgeschichte aufarbeiten

Ich finde es mutig, dass Schüler eine Ausstellung kritisieren, die die Zeit des Dritten Reiches gewissermaßen als Spaßgesellschaft darstellt. Es wäre gut, wenn die Schule Aufträge zur Aufarbeitung dieser Zeit an ihre Schüler vergibt, zum Beispiel: Gab es jüdische Lehrer und Schüler an dieser Schule und wie war ihr Lebensweg in der Nazizeit? Wie war der Alltag der Jugendlichen zwischen Schule, Hitlerjugend und Bund deutscher Mädel?

Ute Hinkeldein, Erfurt                     Thüringer Allgemeine, 4. April 2006


AUS BRIEFEN AN DIE REDAKTION

Aufträge für Schüler zur Aufarbeitung

Mit der Ausstellung im Heinrich-Mann-Gymnasium „Zur Himmelspforte", die die Geschichte der Schule zeigt, beschäftigt sich dieser Leserbrief.

Ich finde es mutig, dass Schüler eine Ausstellung kritisieren, die die Zeit des Dritten Reiches gewissermaßen als Spaßgesellschaft darstellt. Es wäre gut, wenn die Schule Aufträge zur Aufarbeitung dieser Zeit an ihre Schüler vergibt, zum Beispiel: Gab es jüdische Lehrer und Schüler an dieser Schule und wie war ihr Lebensweg in der Nazizeit? Wie war der Alltag der Jugendlichen zwischen Schule, Hitlerjugend und Bund deutscher Mädel?
Wie war das Leben der Kindersoldaten? Zum Kriegsende erhielten 16-Jährige das Notabitur und wurden für militärische Zwecke eingesetzt. Sinnvoll wäre auch eine Exkursion zum Schulmuseum Leipzig. Die Schulbücher dieser Zeit waren inhaltlich und bildlich voller Nazi-Ideologie.

Ute Hinkeldein, Erfurt                    Thüringische Landeszeitung, 4. April 2006


Geschichte mit Lücken
Im Heinrich-Mann-Gymnasium Zur Himmelspforte wird die NS-Zeit als unbeschwerte Episode dargestellt
 

Das Fest in der Schulaula war ein würdevolles – man feierte gestern den neuen Untertitel „Zur Himmelspforte“, auf den das Mann-Gymnasium nun auch hört. Doch ein Konflikt zwischen Schülern und der Schulleitung warf dunkle Schatten.

LÖBERVORSTADT.
Der Vorraum der Aula sollte auf die reiche Geschichte der Lernortes aufmerksam machen. Replikate der mittelalterlichen Bibliotheca Amploniana verweisen auf die Keimzelle der Schule vor fast 600 Jahren in der Michaelisstraße. In Vitrinen und an Schautafeln geht der Blick zurück auf den Namensgeber Heinrich Mann,  auf den Schulneubau 1928/30 vom „ersten Hammerschlag" bis zum Fackelzug zur Eröffnung. Es  ist  die  chronologisch die nächste Tafel, die zuerst einigen Schülern ins Auge fiel - „Schulalltag an der Porta Coeli in den 30er/40er Jahren“. Den Fotos zu Folge scheint es ein unbeschwerter Alltag gewesen zu sein und einer voller Elan noch dazu. Wanderungen nach Waltersleben 1941, ein Schulfest um  1940,  dazu  Fahrten „Hinaus in die Ferne" zum Schullandheim oder „lockere Gangübungen“  und  andere Leibesertüchtigungen in Feld und Flur. Ein Kommentar oder eine Einordnung aus heutiger Perspektive - Fehlanzeige. Das war einer Gruppe von Schülern zu starker Tobak. Sie schickten im Vorfeld der Feier einen Offenen Brief an Schulleiter Dieter Chemnitius und baten darum, die Tafel zu entfernen und zu überarbeiten. Die Macher würden das Bild von „fröhlichen Schülern“ zeigen und das vorhandene Bildmaterial über „paramilitärische Übungen“ am damaligen Gymnasium ausblenden. Damit würde Geschichte verklärt und Tatsachen verdreht. Nach Aussage eines der Initiatoren hätten einige Lehrer Gesprächsbereitschaft signalisiert, Chemnitius jedoch habe das Anliegen gereizt abgelehnt. „Die Präsentation ist von unseren Lehrern und Schülern erarbeitet worden. Da fehlt nichts“, versichert der Schulleiter. Mit der Namensfeier habe man einen begrenzten Zweck für die Ausstellung, den  man gut erfüllt habe. Chemnitius: „Wir können nun mal nicht alles zeigen, das ist doch normal.“ Wo es erforderlich sei, habe man Begleittexte angefügt – bei der Tafel über die NS-Zeit sei das überflüssig. Das sei seine Meinung. 

Oliver POPP             Thüringer Allgemeine, 1. April 2006


Schule erhält ihren Namen zurück
„Heinrich-Mann-Gymnasium“ mit Zusatz „Zur Himmelspforte“ – Schüler kritisieren Geschichtstafel

Löbervorstadt. (tlz/nir) Nach 55 Jahren kehrt der Name „Himmelspforte“ zurück. Seit gestern heißt das Heinrich-Mann-Gymnasium wieder so, wie es bis 5. Januar 1951 hieß: „Zur  Himmelspforte".  Auf Beschluss der damaligen Landesregierung wurde die Einrichtung 1951 in Heinrich-Mann-Schule umbenannt. Der Name „Zur Himmelspforte“  ist aus der weltberühmten Erfurter Bildungsstätte vor 594 Jahren hervorgegangen. Ihr Gründer war der Arzt Amplonius Rating. Er wurde 1394 Rektor der Erfurter  Universität. 17 Jahre später stiftet er, als Zeichen seiner  Anerkennung  Erfurt gegenüber, der Stadt ein Kollegium, das wirtschaftlich unvermögenden Studenten geistige Förderung bis zur höchsten Stufe wissenschaftlicher Ausbildung gewährt. Der Stadtrat schenkt für diese Idee 1412 das Gebäude Michaelisstraße 44. Hier bestand die Bildungsstätte „Porta coelis“ als Tender Uni fast 400 Jahre lang. 1785 wurde das Haus wegen Baufälligkeit abgerissen, die Anstalt erhielt in der Marktstraße eine neue Unterkunft. Der Schulneubau in der Gustav-Freytag-Straße begann 1928, und das Realgymnasium zog unter Mitname des Namens „Zur Himmelspforte“ um. Behielt bis '51 diesen Namen. 2005 wurde auf Beschluss der Schulkonferenz der Schule der Doppelname Heinrich-Mann-Gymnasium Erfurt Staatliches Gymnasium „Zur Himmelspforte“ verliehen. Und gestern gab's einen Festakt zur Namensgebung - neben Eröffnung einer „Kunstmeile“, die künstlerische Arbeiten sowie Fotos älteren und jüngeren Datums aus dem Schulleben zeigt. Die Fototafeln wurden von Lehrern gestaltet. Auch eine Tafel zu den Jahren 1930 bis 1940. Und jene Tafel rief Unmut bei einigen Schülern hervor, sie wendeten sich in einem Offenen Brief an ihren Schulleiter. „Die Schautafel `30er und 40er Jahre` stellt irritierender Weise nicht die damals vorherrschende Alltagssituation unterm NS-Regime dar (...) Abgebildet waren nicht die zu erwartenden Bilder  von  uniformierten Schülern, den Hitlergruß ausführende Lehrer, obwohl diese leider auch die Bildarchive unseres Gymnasiums prägen. Hingegen sind nur Bilder von fröhlichen Schülern abgebildet. Ein großer Teil des Fotomaterials wurde also bewusst ausgeblendet (...) Diese Tafel wird auf manche den Eindruck einer Geschichtsverklärung erwecken (...) Diese Tafel erscheint für viele  Schüler moralisch nicht vertretbar.“ Die Schüler bitten den Schulleiter um Überarbeitung der Tafel, „um etwaigen Vorwürfen des Geschichtsrevisionismus vorzubeugen“.


Ein Foto einer jüngeren Schulklasse, aufgenommen, nachdem 1946 die Schule nach dem Zweiten Weltkrieg ihren Betrieb wieder aufgenommen hatte, betrachtet Stefanie Bährmann von der 12 Deutsch 3 - in der Ausstellung zur Namensgebung. (Foto: Richter)

Thüringische Landeszeitung, 1. April 2006


Kompromiss

Ab morgen heißt das Heinrich-Mann-Gymnasium nicht mehr Heinrich-Mann-Gymnasium. Das ist – zumindest auf den ersten Blick – schlecht. Morgen erhält die Schule ihren alten Namen „Zur Himmelspforte“ feierlich zurück. Das ist – zumindest auf den ersten Blick – irritierend. Ab morgen heißt die Schule ganz formell „Heinrich-Mann-Gymnasium Erfurt Staatliches Gymnasium Zur Himmelspforte“. Das ist – nicht nur im ersten Moment – ein scheußlicher Zungenbrecher. Doch es ist ein Kompromiss, mit dem sich viele Erfurter durchaus anfreunden können. Junge wie alte. Und das wäre garantiert eines: gut. Immerhin reicht der alte Name bis ins Jahr 1412 der Stadtgeschichte zurück. Erst anno 1951 war „Zur Himmelspforte“ durch „Heinrich Mann“ ersetzt worden – auf Befehl der DDR-Gewaltigen. So vollzieht sich nun im Kleinen, was bereits 1990 Ost wie West im Großen zelebriert hatten.  Eine friedliche Wiedervereinigung. Kann das schlecht sein? 

Mirko KRÜGER         Thüringer Allgemeine, 30. März 2006


Denkbar knapp
Jugend Debattiert - gestern erste Stufe des Wettbewerbs

Soll die Haltung von Wildtieren im Zoopark verboten werden? Wie sinnvoll ist die Erhöhung der Erbschaftssteuer? Solche Fragen sind es, über die auch Schüler fachgerecht diskutieren können.

LÖBERVORSTADT.
Hitzige Debatten lieferten sich gestern Schüler aus drei Erfurter Gymnasien. Doch sie führten nicht etwa einen sinnlosem Streit, sondern übten sich im Debattieren.  "Es müsste ein Unterrichtsfach werden" ist die Organisatorin Christel Wesch überzeugt. Die Erprobung rhetorischer Fähigkeiten sei für den Lebensweg unerlässlich. Alle Beteiligten sind Mitglieder des Schulverbundes, der aus Heinrich-Mann- und Ratsgymnasium sowie der KGS besteht.  Getrennt nach  Sekundarstufen, wurden in beiden Bereichen immer vier Schüler einander zugelost. Ob sie nun die Pro- oder Contra-Seite vertraten, erfuhren sie erst zu Tagesbeginn. Die drei möglichen Streitfragen erhielten sie allerdings schon zehn Tage vorher, um sich Argumente zurechtlegen zu können. Zur Debatte selbst aber durften keine Aufzeichnungen genutzt werden. Am Rednerpult lagen lediglich ein leeres Blatt Papier und ein Stift, um eigene und gegnerische Argumente zu notieren. Auch ein Glas Wasser gegen den aus Nervosität trockenen Mund stand bereit und war bei einigen ziemlich schnell alle. In der Debatte selbst kam es darauf an,  mit sprachlicher Überzeugungskraft seinen Standpunkt klar zu äußern und zu verteidigen. Genauso wichtig war es, ein Gespräch zu führen, also auf das Gesagte der anderen einzugehen. Die vier Besten der Sekundarstufe  eins  (achte bis  zehnte Klasse) standen schon fest, als die Finalisten der Sekundarstufe zwei aus dem Ratsgymnasium kamen. Sie hatten wegen Kapazitätsproblemen die Vorrunde dort bestritten. Das Staunen aller Beteiligten war groß als sie auftauchten, denn die vier waren  aus dem selben Deutschkurs des Ratsgymnasiums. In ihrer finalen Debatte ging es um die Frage, ob die Erbschaftssteuer erhöht werden soll. In der Auswertung durch die Jury zeigte sich, dass sie denkbar knapp beieinander lagen - zwei hatten sogar die gleiche Punktzahl. "In einem solchen Fall ist das Bewertungskriterium  Gesprächsfähigkeit ausschlaggebend",  so Wesch. Auch in den anderen drei Kriterien - Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen und Überzeugungskraft - hatten die vier Elftklässler „überragende Leistungen" gezeigt, so Jurorin Heike Stiller. Nicht ganz so sicher argumentierten die Finalisten der Sekundarstufe eins zu der Frage, ob die Haltung exotischer Wildtiere in öffentlichen Zoos verboten werden soll. Alle acht Finalisten bekamen einen  Büchergutschein.  Die beiden Erst- und Zweitplatzierten dürfen außerdem an einem dreitägigen Siegerseminar teilnehmen. Diejenigen, die sich dort profilieren, werden in die Landesrunde kommen, die am 5. April im Landtag stattfindet.


                             
                              Finalisten. hintere Reihe: Max, Philipp, Christoph, Johannes Paul (erster Platz)
                                            vordere Reihe: Theo, Kevin, Franziska, Benedikt (erster Platz) (Foto: Fath)

Judith FATH     Thüringer Allgemeine, 4. März 2006


Manche Fächer zweisprachig

LÖBERVORSTADT.
Bilingualer Unterricht in Französisch ab Klasse 5 ist eine Besonderheit des Heinrich-Mann-Gymnasiums in der Gustav-Freytag-Straße. Konkretere Informationen dazu aber auch über erste Erfahrungen mit dieser Unterrichtsform werden morgen beim Tag der offenen Tür des Gymnasiums gegeben. Natürlich stehen auch Gesprächspartner für andere Fragen rund um das Lernen an dem Traditionsgymnasium zur Verfügung. So gibt es zwischen 9 bis 12 Uhr Stände,  an  denen über die Sportgemeinschaften, den Schulchor oder andere Arbeitsgemeinschaften berichtet wird. Der Mittagessen-Anbieter lädt zu einer Verkostung.

Thüringer Allgemeine, 17. Februar 2006


Beschluss SuS 009/05 vom 24. November 2005
Schulname Gymnasium 5

01 Das Heinrich-Mann-Gymnasium, Gustav-Freytag-Straße 65, in Erfurt wird mit sofortiger Wirkung unter folgender Bezeichnung geführt:
                        Heinrich-Mann-Gymnasium Erfurt
                        Staatliches Gymnasium „Zur Himmelspforte“
                        Gustav-Freytag-Straße 65
                        99096 Erfurt

Amtsblatt der Stadt Erfurt, 3. Februar 2006


Berufung als Schulleiter

ERFURT.
Dieter Chemnitius ist jetzt offiziell Schulleiter des Heinrich-Mann-Gymnasiums. Der frühere Schulleiter des Albert-Einstein-Gymnasiums war nach der Abberufung von Dierk Bäßler kommissarischer Direktor geworden. Jetzt unterschrieb Kultusminister Jens Goebel die Bestellungsurkunde. Sie wird am Montag in der Schule übergeben.

Thüringer Allgemeine, 26. Januar 2006


Frankreich feiern
Französisch ist für die Schüler des Heinrich-Mann-Gymnasiums nicht exotisch, aber schön

Im Heinrich-Mann-Gymnasium „Zur Himmelspforte“ ist eigentlich jeden Tag Deutsch-Französisches Jahr. Zum gestrigen Auftakt der offiziellen Veranstaltungen, die 2006 in Thüringen stattfinden, engagierten sich Lehrer und Schüler trotzdem noch ein kleines bisschen mehr als üblich.

ERFURT.
„Bienvenue!“ Ein Willkommensschild begrüßte gestern die Schüler des Schulteils in der Bukarester Straße in einer Sprache, die ihnen nicht fremd ist. Denn  Französisch  lernen sie in der Regel schon seit der fünften Klasse, und zwar sieben Stunden in der Woche. Ab siebte Klasse kennen sie sogar die Fluss- und Ländernamen in der Sprache Molieres, denn der Geographieunterricht findet in Französisch statt. „Das Heinrich-Mann-Gymnasium gehört wie auch zwei andere Schulen in Thüringen zu einem internationalen Netz, das deutsch-französischen bilingualen Unterricht anbietet“, erklärte  Christina  Uhlmann vom Kultusministerium. Sie eröffnete mit Schulleiter Dieter Chemnitius die Veranstaltung.
Einen Vormittag Zeit hatten die Erfurter Schüler und ihre Gäste aus dem Gymnasium Friedrichroda, um sich vorzubereiten. Die Aufgabe: auf Französisch auftreten. Während einige sich für Sketche, Theaterstücke oder Talkshows entschieden, übten andere Singen und Tanzen. Die zwölfjährige Verena Ewen kannte Choreografie  und  Song  schon, denn sie hatte ihn zum Schulfest  vorgeführt: „Französisch ist so schön!“ Auch ihre Schulkameradinnen  teilen  diese Meinung, obwohl nur sehr wenige von ihnen schon in Frankreich waren. „Es sind sehr motivierte Mädchen“, sagte Französischlehrerin Marlies Körner und versprach eine Klassenreise nach Paris. Besser konnte für die Schülerinnen das Deutsch-Französisches Jahr nicht beginnen.

Mélanie VOISIN    Thüringer Allgemeine, 20. Januar 2006